Christina mit etwa sechs Monaten

Ich heiße Christina, und bin 36 Jahre alt. Ich glaube es ist an der Zeit endlich alles zu erzählen was mir in meinem Leben passiert ist. Ich bin in Deutschland geboren, meine Mutter ist Deutsche und mein Vater Spanier. Er wohnt jetzt in Chiclana das ist in der Nähe von Cádiz (Spanien).Ich habe noch drei Geschwister einen Bruder und zwei Schwestern. Ich bin die Jüngste von uns vier. Wir sind nicht alle vom selben Vater meine 3 Geschwister sind aus erster Ehe (ihr Vater war Deutscher). Und nur ich bin Tochter von diesem Spanier.

Ich weiß nicht genau wo ich anfangen soll, denn es sind so viele Sachen passiert. Ein paar weiß ich aus Erzählungen von meiner Schwester ich war ja damals zu klein und kann mich nicht mehr daran erinnern.

Meine Eltern haben sich in einem Krankenhaus kennen gelernt, meine Mutter war zu diesem Zeitpunkt noch verheiratet. Aus Erzählungen weiß ich, das meine Mutter damals ein Zimmer in ihrem Haus vermietete weil sie Geld brauchten. Sie vermietete es an meinen Vater. Ihr Mann wusste nicht dass sie schon eine Affäre mit meinem Vater hatte, die schon im Krankenhaus angefangen hat. Als mein Vater dort eingezogen war ging es mit ihnen weiter und meine Mutter wurde schwanger mit mir. Ich weiß aus Erzählungen das dass Haus eines nachts explodierte und das der Ehemann meiner Mutter dabei ums Leben kam. Meine Mutter war gerade diese Nacht nicht im Haus und auch nicht meine Geschwister. Die Polizei hatte Nachforschungen gemacht aber man konnte sich nicht erklären was dort passiert war .Mein Bruder M. und meine Schwester S. wurden von ein paar Leuten von der Familie erst mal aufgenommen. Aber meine Schwester Martina und mich wollten sie nicht nehmen. Meine Schwester Martina hat nach Jahren erfahren, dass auch sie nicht vom Ehemann meiner Mutter war, sondern anscheinend von einem Italiener. Meine Mutter war zwar verheiratet, aber so wie es aussieht hatte sie sehr viele Affären. Meine Schwester Martina und mich schickte man zu einer Pflegefamilie. Das weiß ich alles aus Erzählungen von meiner Schwester ich war damals gerade mal 6 Wochen alt und zu klein um mich daran zu erinnern. Meine Schwester war gerade mal 7 Jahre alt und musste sich um mich kümmern. Die Frau aus der Pflegefamilie hatte meiner Schwester gesagt, komm her ich zeige dir wie man das Fläschchen macht und wie du ihr die Windeln wechseln musst. Wenn du es nicht machst wird deine Schwester nichts zu essen bekommen und die Windeln voll haben. Meine Schwester musste sich um mich kümmern obwohl sie erst 7 Jahre alt war und selbst noch ein Kind. Aber wie es aussieht hat sie es gut hin bekommen und hat mich nicht verhungern lassen.

Danach wurden wir in ein Heim gebracht nach. Keine Ahnung ob ich 2 oder 3 Jahre alt war. Aber ich erinnere mich an viele Sachen von damals. Zum Beispiel das ich in einer Holzwiege geschlafen habe. Im Esszimmer waren die Tische alle rund. Und immer nachmittags haben wir Gummibärchen bekommen, haben uns eine Ecke gesucht und haben sie dort aufgegessen. Ich weiß auch noch von einer schwarzen Katze die dort herumgelaufen ist. Ich selbst wundere mich, dass ich noch so viele Erinnerungen habe. Ich war ja noch ziemlich jung. Meine Schwestern waren auch bei mir aber mein Bruder weiß ich nicht wo der damals war.

Eines Tages wurden meine Schwestern in ein anderes Kinderheim gebracht. Mich wollte man dort erst nicht aufnehmen dort weil ich noch zu klein war. Aber am Ende haben sie mich doch genommen, weil man uns doch nicht trennen wollte. Dort im Heim waren viele Kinder ich glaube so 16 und alle älter als ich. Alle waren lieb zu mir uns spielten mit mir. Aber auch hier erinnere ich mich an die zeit wo alles anfing wo mein Vater begann mich sexuell zu missbrauchen. Vielleicht hat er es auch schon vorher gemacht aber ich war so klein und kann mich daran nicht mehr erinnern. Ich glaube ich war 3 oder 4 Jahre und was würde ich dafür geben nicht diese Erinnerungen zu haben. Als ich im Heim war konnte ich jedes zweite Wochenende nach Hause zu meinen Eltern. Es war an diesen Wochenenden wo er mich immer missbrauchte. Im Schlafzimmer meiner Eltern war ein Babybett, dem zwei Stangen fehlten. Durch die bin ich immer raus gekrabbelt um bei meiner Mutter schlafen zu können. Ich brauchte meine Mutter ich war noch so klein und im Heim musste ich immer alleine schlafen. Ich wollte einfach nur mit ihr kuscheln und sie in meiner Nähe spüren. Die Nonnen im Heim haben mir keine Liebe und wärmen gegeben und ich sehnte mich einfach nach meiner Mutter. Als ich neben meiner Mutter einschlief weckte mich mein Vater immer auf und zog mich auf die andere Seite des Bettes. Er fing an mich anzufassen überall, auch ich musste ihn anfassen er zwang mich ihn zu befriedigen. Ich hatte schreckliche Angst und ich ekelte mich, denn immer wenn ich ihn befriedigen musste waren meine Hände ganz nass. Ich wusste nicht was da mit mir gemacht wird nur das ich es nicht mochte. Und ich erinnere mich das ich immer schrecklich müde war. Er ließ mich ja nicht schlafen. Er wurde sauer wenn ich nicht wollte und fing an zu schimpfen er sagte mir, das ich ihn so anfassen muss! Er nahm immer fest meine Hand und zwang mich weiter zu machen. Auch legte er mich ans Fußende vom Bett und fing an mich mit seinen Füßen zu befummeln. Aber ich möchte hier nicht noch mehr Details schreiben denn es ist sehr schwer für mich darüber zu schreiben. Meine Mutter lag neben uns und schlief, aber einmal, daran erinnere ich mich noch genau wurde sie wach und drehte sich um, er sagte ihr nur “schlaf weiter“ was sie dann auch tat. Sie hat mir nicht geholfen sie hat gesehen was er mit mir macht und hat nichts unternommen. So war es immer wenn ich am Wochenende bei meinen Eltern zu Besuch war. Er missbrauchte mich und meine Mutter ließ es zu. Ich hatte niemanden, ich fühlte mich so alleine, er sagte mir immer: „Das darfst du niemanden erzählen, das ist unser Geheimnis!“ Ich hatte schreckliche Angst vor meinem Vater er war so groß neben mir, was hätte ich den machen können gegen ihn? Ich war 3 Jahre alt! Ich erinnere mich auch daran, dass er nach Cordoba ( Spanien ) geflogen ist, weil dort seine Ex-Frau und seine 3 Kinder wohnten, die er immer besuchen ging. Eines nachts als ich wieder ein Wochenende bei mir zu Hause war kam er zurück aus Spanien. Ich habe mich nicht gefreut ihn wieder zu sehen. Ich habe meinen Vater nie geliebt nach alle dem was er mir angetan ich hatte nur immer schreckliche Angst vor ihm.

Im Heim habe ich leider ab und zu Mal ins Bett gemacht als ich noch klein war. Und das einzige was damals die Nonne die dort die Gruppe leitete machen konnte, war mich zu schlagen. Nie hat mich jemand gefragt warum ich solch große Augenränder hatte jedes Mal wenn ich von Zuhause kam. Ich wusste warum, er ließ mich nicht schlafen. Im Heim hatte ich ein Zimmer in dem noch drei weitere Kinder mit mir schliefen. Einmal fragte mich eins von ihnen wie ich denn unter der Decke atmen könnte. Ich deckte mich nämlich immer komplett zu und nur an der Nase ließ ich ein kleines Loch um atmen zu können. Ich dachte immer wenn ich mich ganz zudecke sei ich geschützt. Das mich niemand sehen konnte. Heute noch, wo ich ja jetzt in Spanien lebe und es bei uns so heiß im Sommer ist, kann ich auch nicht schlafen wenn ich mich nicht zudecke. Es ist immer als würde jemand kommen. Ich fühle mich einfach nicht wohl ohne mich zu zudecken.

Eines Nachmittags haben wir Kinder mal am Tisch gesessen und haben gemalt. Ich hatte alles schwarz gemalt, die Sonne, die Blumen, die Pferde alles war schwarz und wieder kam die Gruppennonne und schlug mich deswegen weil ich alles schwarz gemalt hatte. Eines nachts hatte ich wieder Pipi ins Bett gemacht und wurde wach deswegen. Ich suchte schnell ein Handtuch und versuchte das Bett trocken zu reiben ich hatte schreckliche Angst vor Gruppennonne, die mich immer gleich schlug wenn ihr etwas nicht passte.

Es gab auch schöne Zeiten im Heim wir waren viele Kinder und mein Vater war ja nicht da. Wir hatten einen schönen großen Spielplatz wo wir immer spielten. Die Feiertage waren einfach wunderschön Fasching und Weihnachten und Ostern wo wir unsere Eier auf dem großen Spielplatz suchen mussten.

Ich wurde mit ungefähr 4 Jahren im Heim getauft. Daran erinnere ich mich nicht mehr, habe aber Fotos.

Als ich wieder mal ein Wochenende zu Hause war- ich war, glaube ich fünf - ging ich auf einen Spielplatz der in der Nähe von meinem Zuhause war. Mein Vater kam, er war sehr wütend und ich wusste nicht warum. Er hob mich an einem Arm hoch und schlug mich fest auf den Hintern. Den ganzen Weg vom Spielplatz bis nach Hause hing ich an einem Arm in der Luft und er schlug auf mich ein. Ich machte mir vor Angst in die Hose und weinte aber er schlug weiter bis wir Zuhause waren.

Als ich mit 6 Jahren in die Schule kam gab es viele Kinder die mich hänselten und sich darüber lustig machten dass ich ein Heimkind war. Sie fragten mich wie es den sei in einem Heim zu leben. Für mich war es normal denn ich bin dort ja groß geworden. Seit ich ein Baby war und mit 6 Wochen schon bei Pflegeeltern gewesen bin, war ich ja überall und nur sehr wenig zu Hause. Deswegen war es für mich nichts ungewöhnliches.

Es gab auch ein Grüppchen in der Schule von Jungs die mich in der Pause immer geschlagen haben. Ich sagte immer, dass ich meinen großen Bruder hole, denn er ist ja 12 Jahre älter als ich, aber er kam nie. Niemand half mir und diese Jungen hielten mir oft die Nase und den Mund zu, so dass ich kaum noch Luft bekam und schreckliche Angst hatte. Ich war in dieser zeit sehr dünn, war 6 Jahre alt und hatte Zöpfe. Also eher zierlich, was hätte ich den nur gegen die ganzen Jungens machen können? Aber eines Tages hatte ich auf einmal eine solche Wut in mir, dass ich einen von ihnen zusammengeschlagen habe ich habe mich endlich gewehrt! Vielleicht war es auch der ganze Frust den ich in mir hatte und ich ließ ihn an ihm aus. Aber seit diesem Tag ließen sie mich wenigstens in Ruhe.

Im Heim hatte ich ein paar Freundinnen und wir setzten uns eines Tages unter eine große Tanne die gleich neben dem Eingang stand. Man konnte richtig rein krabbeln wie eine kleine Höhle. Als wir dort unter der Tanne saßen erzählten wir uns Sachen. Eine von ihnen erzählte mir dass ihr Vater sie auch missbrauchte. Und eine andere das ihre Schwester vom eigenen Vater ein Kind hatte. Ich verstehe einfach nicht, wie damals keiner etwas gemerkt hat und uns niemand half? Wieso ? Jedes zweites Wochenende musste ich nach Hause zu meinen Eltern. Und mein Vater missbrauchte mich jedes Mal wenn ich dort war. Ich wollte immer zu meiner Mutter, sie hat mir so gefehlt und ich brauchte sie. Jetzt wo ich bald 36 Jahre alt werde weiß ich, das mich meine Mutter nie geliebt hat und das wir ihr immer egal waren und das sie nie etwas unternommen hat um uns zu helfen, damit wir nicht solche Qualen erleiden mussten durch meinen Vater. Wir waren ihr einfach egal!

Mein Vater brachte mich dann immer wieder zurück ins Heim am Sonntag Abend. Immer war er schick angezogen mit Anzug und so und immer hatte er Geschenke für die Nonnen dabei. Sie waren natürlich alle hin und weg von ihm. Und wussten nicht was für eine Art Mensch er war. Er wusste genau, wie er die Leute um den Finger wickeln konnte damit niemand schlecht von ihm dachte. Und so niemand sehen konnte das er Kinder missbrauchte und vergewaltigte.

Wenn die Gruppennonne mit mir Hausaufgaben machte, hatte ich immer schreckliche Angst, denn bei jedem Fehler den ich machte - sei es schreiben oder lesen - schlug sie mich. Eines Tages im Heim sollte meine Schwester Martina woanders hingebracht werden. Ich vergesse diesen Tag nie, denn für mich war er schrecklich. Ich wollte meiner Schwester Auf Wiedersehen sagen, musste aber noch mal schnell auf die Toilette. Als ich zurück kam und im Treppenhaus nach unten schaute waren die Koffer und meine Schwester nicht mehr da. Sie hatten sie mir einfach weggenommen. Meine Schwester Martina die mich immer beschützt hatte wenn die Gruppennonne mich wieder mal schlug. Wenn sie mir beim Essen wieder mal die Nase zu hielt damit ich den Mund aufmachte um mir das Essen rein zustopfen. Martina, die, wenn die Nonne gerade nicht in der Nähe war, immer schnell alles für mich aß, damit sie nicht mehr mit mir schimpfen konnte. Denn die Nonne ließ mich den ganzen Mittag vor dem Essen sitzen in diesem großen Saal, ganz alleine und ich durfte erst aufstehen wenn ich alles gegessen hatte. Und so half mir Martina immer, damit ich nicht mehr dort alleine sitzen musste. Die Sache ist die, sie hatten Martina einfach mitgenommen und ich habe mich nicht von ihr verabschieden können. Für mich brach eine Welt zusammen ich hatte nur meine Schwestern im Heim und jetzt hatten sie mir eine genommen. Ich weinte fürchterlich und kauerte mich im Wohnzimmer in eine Ecke. Keiner kam um mich zu trösten, sie ließen mich dort alleine sitzen mit all meinem Schmerz ich fühlte mich so alleine. Niemand erklärte mir wo Martina hingebracht wurde. Und die Nonne meinte nur: „ Lasst sie in Ruhe weinen, die beruhigt sich auch wieder!“

Wenn es stark regnete und es Gewitter gab hatte ich schreckliche Angst vor dem Donner. Wir waren ja in Hofheim Taunus und dort waren die Gewitter sehr laut. Unser Flur war sehr lang und ich schlief ganz am Ende des Flurs. Meine ältere Schwester S. schlief ganz vorne. Ich rannte nachts dann immer zu ihr weil ich so Angst hatte und ich durfte zu ihr ins Bett. Ich kuschelte mich dann immer an sie und konnte wieder einschlafen und hatte so keine Angst mehr ich war ja nicht alleine. Aber auch das gefiel der Nonne nicht und sie verbot mir nachts zu meiner Schwester in Bett zu krabbeln. Es hätte ihr doch egal sein können, ich weckte ja nicht sie, sondern meine Schwester. Ich hatte so schreckliche Angst vor dem Gewitter und durfte jetzt auch nicht mehr zu meiner Schwester ins Bett. Ich glaube und hoffe, das diese Nonne endlich gestorben ist. Ich verzeihe ihr nichts, denn sie war schrecklich zu mir und sie hätte nie die Erlaubnis haben dürfen auf Kinder aufzupassen. Sie war ein böser Mensch. Ich habe viele Sachen im Heim ansehen müssen, auch wie andere Kinder einfach geschlagen wurden, mit Teppich-klopfern.

Als ich ungefähr 9 oder 10 Jahre alt war, zog ich für immer zu meinen Eltern. Im Heim hatte ich keine Liebe bekommen, aber Schläge und viele Erniedrigungen. Als ich dann bei meinen Eltern wohnte musste ich mich an ein anderes Leben gewöhnen. Eine andere Schule, andere Kinder.

Ich freundete mich mit einem Mädchen und einem Jungen an und fragte sie ob sie mich mal zu Hause besuchen wollten damit wir zusammen spielen konnten. Ich erzählte es total glücklich meinem Vater dass ich Freunde gefunden hatte. Mein Vater aber fing an mich anzuschreien und sagte, dass hier kein Kerl in die Wohnung komme. Wenn er sehen würde dass ich Kontakt mit Jungs habe, würde er mich aus der Wohnung schmeißen. Ich hatte schreckliche Angst vor ihm, und seit diesem Tag, jedes mal wenn ich einen Klassenkameraden aus meiner Schule sah und mein Vater war gerade bei mir, schaute ich immer auf den Boden um nicht zu grüßen, denn mein Vater wollte ja nicht das ich mit Jungen rede.

Wenn ich duschen gehen wollte kam immer mein Vater mit ins Bad und wusch mich. Obwohl ich schon alt genug war mich alleine zu waschen. Es war einfach nur grausam wie er mich befummelte. Ich habe mich jedes Mal so geschämt und geweint aber er wurde sauer und ließ mich nicht in Ruhe. Er wusch mich ganz doll zwischen meinen Beinen ich musste das jedes Mal erdulden und fühlte mich danach nur noch dreckiger. Ich verstand das alles nicht warum er das tat aber ich wollte das nicht! Ich fühlte mich so schlecht dabei. Ihm war das egal, es war jedes Mal dasselbe er hörte nicht auf. Meine Mutter war immer in der Wohnung und sagte ihm nie lass Christina sich doch alleine duschen, sie ist alt genug. Sie hat mir nie geholfen damit dass endlich ein Ende hatte! Der Missbrauch hatte auch kein Ende und eines nachts, als er wieder in mein Zimmer kam, war ich ganz steif vor Angst und konnte kaum atmen. Er kam, zog mir die Decke weg, schob mir mein Oberteil vom Schlafanzug hoch und küsste mich auf meine nackte Brust. Drehte sich um und ging wieder. Ich lag noch lange ganz steif vor Angst im meinem Bett . Ich fühlte mich so alleine und meine Mutter war in der Wohnung, aber wie immer war sie nicht da um mir zu helfen.

Meine Eltern wurden Mitglieder in einem Kleingartenverein und pachteten sich dort einen kleinen Garten. Mein Vater baute ein kleines Haus darauf mit einem großen Keller, der so hoch war, das man darin stehen konnte. Auch da missbrauchte er mich immer wenn er wollte. Ihm war egal ob ich weinte er wurde nur sauer und sagte immer „hör auf zu weinen“ und so komische Sachen wie „er wolle mich in sich haben“. Ich habe nie verstanden was er damit meinte. Er hielt mich immer ganz doll fest ich konnte mich nicht mehr bewegen. Heute noch ertrage ich es nicht, wenn mich einer festhält, wenn ich spüre ich kann mich nicht bewegen. Enge Räume, ich denke ich ersticke dort und ich mag keine Aufzüge und habe schreckliche Platzangst. Und ich weiß, es ist alles wegen ihm, wegen meiner Kindheit. Es ist grausam wenn man so festgehalten wird, wenn man sich nicht bewegen kann, sich nicht befreien kann. Aber was hätte ich schon gegen ihn machen können? Er war viel stärker als ich. Und ich war nur ein Kind.

Einmal rief jemand an und meine Mutter ging ans Telefon und redete eine ganze Weile mit dem Rücken zu meinem Vater und mir. Er fing sofort wieder an, an mir herum zumachen warf mich auf den Boden und tat so als ob er mit mir spielte. Aber er faste mich überall an. An der Brust zwischen den Beinen. Ich rief meine Mutter „Mama, Mama“, aber sie drehte sich nicht um, sie schaute nicht warum ich sie rief. Sie war im selben Zimmer wie wir und unternahm nichts! Sie half mir wieder nicht, denn es war ihr egal, was dort hinter ihrem Rücken passierte.

Es verging einige Zeit und wir zogen um . Es war eine schöne Wohnung. Unten war das Wohnzimmer Küche und Abstellraum und ein großer Flur. Und dann hatten wir Treppen in der Wohnung und oben waren zwei Schlafzimmer und Bad und Gästetoilette. Die Wohnung war ehrlich sehr schön. Meine Mutter arbeitete in einer Wäscherei und ich ging nachmittags immer mit ihr mit, damit ich nicht zu Hause alleine mit meinem Vater war. Ich hatte schreckliche Angst davor mit ihm alleine zu sein. Aber einmal in der Woche hatte ich nachmittags Unterricht. Und ich musste immer warten bis der Schulbus kam, der ganz in der Nähe von uns hielt. Dann konnte ich meine Mutter nicht begleiten und musste zu Hause bleiben bei meinem Vater. Ich hatte schreckliche Angst, denn ich wusste das er wieder anfangen würde mich zu missbrauchen. Es war immer dasselbe, ich musste mich auf seinen Schoss setzen und er fing an mich fest zu halten und mich überall anzufassen. In der Hose, unter dem Pulli. Es war so schrecklich! Ich ekelte mich so sehr vor ihm und wollte nur weg aber ich konnte ja nicht, denn er hielt mich so fest. Ihm war es egal ob ich weinte und bettelte, er solle doch bitte aufhören. Er dachte wie immer nur an sich und bemerkte gar nicht was er mir antat. Er gab mir auch oft Geld und sagte es sei unser Geheimnis und ich sollte es niemandem erzählen, auch nicht meiner Mutter. Ich ekelte mich nur vor ihm und hasste ihn aus tiefstem Herzen! Ich hatte schreckliche Angst vor ihm. Ich hatte solche Angst vor ihm, dass ich alles tat was er wollte! Wenn er sagte „stell dich hier hin“ stellte ich mich dort ihn. Er musste mich nur anschauen und ich zitterte am ganzen Körper. Wenn ich dann endlich immer gehen konnte, wischte ich mir meine Tränen aus dem Gesiecht und ging in die Schule. Es war als würde ich in zwei Welten leben, Zuhause war die Hölle und draußen, wo er nicht war konnte ich atmen und ein wenig ich sein.

In der Reinigung wo meine Mutter arbeitete, wurden auch Schuhreparaturen als Service angeboten. Es kam dann immer ein Schuster und holte die Schuhe ab. Dieser Kerl war genau so ekelhaft wie mein Vater. Einmal fasste er mir auch an die Brust und ich war wie gelähmt. Ich hatte diese schreckliche Angst wie bei meinem Vater und konnte mich nicht bewegen. Dieser Schuster war einfach nur ekelhaft. Als der Chef von meiner Mutter alle aus der Filiale zum Abendessen einladen wollte, bekam ich sofort Panik. Wenn meine Mutter Essen gehen würde, wäre ich alleine mit meinem Vater Zuhause gewesen. Ich sagte meiner Mutter, sie solle doch bitte nicht zu diesem Abendessen gehen, denn Papa sei wie der Schuster. Sie ging dann auch nicht Essen, aber der Missbrauch war deshalb leider auch nicht beendet und sie tat nichts um mich zu schützen, obgleich ich ihr gesagt hatte, das Papa wie der Schuster ist. Auch kam der Schuster weiterhin in die Reinigung und meine Mutter war immer ganz freundlich zu ihm und machte mit ihm Scherze.

Einmal waren meine zwei älteren Schwestern bei uns zu Hause zu Besuch. Mein Vater war immer so ekelhaft schleimig und umarmte meine ältere Schwester S. und ich sah wie er ihr an die Brust gefasst hatte. Ich wurde wütend und fragte sie dann als er ging, ob er sie angefasst hätte. Aber meine Mutter sagte mir sofort „du spinnst doch, so was macht er doch nicht.“ Ich frage mich oft, warum ich meinen Schwestern nie etwas gesagt habe. Damals habe ich immer gedacht, sie sind so viel älter als ich, sie können sich wehren. Und ich war noch so klein neben ihnen. Für mich waren sie zwei Frauen und ich noch ein Kind. Ich dachte gar nicht daran, dass meine Geschwister auch mal klein waren. Ich sah nur das, was jetzt gerade passierte. Ich wusste damals noch nicht, dass mein Vater meine Schwester Martina vergewaltigt hatte, als sie gerade mal nur 8 Jahre alt war. Keiner wusste etwas vom andern und alle hatten wir Angst und schwiegen. Martina dachte, da ich ja seine leibliche Tochter war, würde er mir nichts machen und ich dachte immer, sie sind älter als ich, er würde ihnen nichts tun. Für ihn muss das wie im Paradies gewesen sein, den ganzen Tag Kinder vergewaltigen und missbrauchen, die vor Angst nichts sagten. Für uns war das die Hölle! Wir waren alleine und keiner half uns. Er war ein Mann wir nur Kinder. Er hat gar keine Ahnung was er da mit uns getan hat und was wir für Spätfolgen wegen all diesen Sachen haben. Wir haben lebenslänglich und werden nie vergessen und müssen jeden Tag kämpfen um ein klein wenig glücklich sein zu können. Einen Teil von uns hat er umgebracht, er hat uns unsere Kindheit geraubt und uns das Recht genommen, normal leben zu können. Ich werde meinem Vater niemals verzeihen, niemals!!! Und meiner Mutter auch nicht, denn sie hat ihn immer beschützt und nicht uns, ihre Kinder! Sie hat kein Recht den Namen “Mutter“ zu tragen. Sie ist genau so schuldig wie er! Wir müssen mit diesen Erinnerungen leben bis wir sterben!!!

Mein Mutter musste mal wider ins Krankenhaus, diesmal aber weil sie am Hals operiert werden musste. Sie hatte Knoten in den Lymphdrüsen und die sollten raus. Ich hatte wieder schreckliche Angst, denn mein erster Gedanke war, das ich mit meinem Vater alleine sein würde. Aber meine ältere Schwester S. kam die Tage zu uns Nachhause und ich war Gott dankbar nicht die ganze Zeit mit meinem Vater allein sein zu müssen. Eines nachts, meine Schwester schaute noch Fernsehen, ging ich schon mal hoch. Ich teilte mir mit S. das Schlafzimmer meiner Eltern und mein Vater schlief in meinem Zimmer. Also ich ging hoch ins Schlafzimmer und wollte mich gerade umziehen. Ich hatte schon mein Oberteil aus, als mein Vater rein kam. Ich nahm schnell wieder meinen Pulli und hielt ihn mir vor die Brust. Mein Vater kam auf mich zu und meinte, ich bräuchte mich doch vor ihm nicht zu bedecken er sei doch mein Vater. Ich hatte schreckliche Angst. Er kam auf mich zu, nahm mir den Pulli weg und schob mich zum Bett. Dann drückte er mich nach unten, er wollte das ich mich aufs Bett lege. Ich weiß nicht wie, aber ich schrie auf einmal vor Angst laut auf. Ich weiß nicht, es kam einfach so aus mir raus. Ich dachte er würde mich vergewaltigen, oder keine Ahnung aber ich hatte ein ganz schlechtes Gefühl. Meine Schwester S. kam sofort ins Zimmer um zu schauen warum ich geschrien hatte. Mein Vater sagte sofort, er sei ins Zimmer gekommen und ich hätte mich erschreckt. Ich sagte meiner Schwester nicht was passiert war. Die letzte Nacht bevor meine Mutter wieder nach Hause kommen sollte war meine Schwester S. nicht da. Ich war alleine mit meinem Vater Zuhause. Meine Mutter rief abends an. Ich war in meinem Zimmer und mein Vater auch. Wir saßen auf meinem Bett und meine Mutter sprach zuerst mit ihm. Dann wollte sie auch mit mir reden. Sie fragte mich ob alles in Ordnung sei. Was für eine Frage?! Wieso fragte sie das? Sie wusste alles, sie wusste es immer! Ich sagte ihr „ja es ist alles in Ordnung“. Als wir aufgelegt hatten, fragte mein Vater mich, was sie mit mir besprochen hätte? Ich sagte ihm, sie hätte gefragt ob alles in Ordnung sei und er meinte dann, wieso sie mich das fragen würde? Ich hatte schreckliche Angst und sagte „ich weiß es nicht“. An diesem Abend ließ er mich in Ruhe.

Mein Vater und ich gingen einmal zusammen ins Schwimmbad. Als wir im Wasser waren fing er sogar dort an mich unter dem Wasser zu befummeln. Es ist der Hammer, ihm war es egal wo wir waren, sogar im Schwimmbad war ich nicht sicher vor ihm. Er wusste was für eine Macht er über mich hatte, denn ich hatte so schreckliche Angst vor ihm, dass ich mich nie wehren konnte.

Als ich 13 war, sind wir das erste Mal nach Spanien geflogen. Mein Vater, meine Mutter und meine ältere Schwester S. und ich. Wir wohnten drei Wochen in Cádiz und es war wunderschön dort! Ich hatte noch nie das Meer gesehen und es war einfach nur gigantisch. Wir fuhren nach Chiclana, wo die Familie von meinem Vater lebt und damals auch noch meine Oma. Ich lernte meine Tanten und Onkels kennen und alle meine Cousinen. Sie waren alle sehr lieb zu mir und ich war richtig glücklich so viele Leute kennen gelernt zu haben, die mich anscheinend richtig mochten. Einen Nachmittag wollte ich mit meiner Schwester S. mal alleine an den Strand in Cádiz gehen. Mein Vater hatte mit mir geschimpft und mir verboten meinen Bikini anzuziehen. Ich musste meinen Badeanzug anziehen. Mir war das egal Hauptsache weg von ihm. Ich hatte einen schönen Nachmittag mit meiner Schwester. Ich liebe das Meer und die Wellen und wenn ich am Strand bin, kann ich vieles vergessen und fühle mich dort so frei, als ob alle Sorgen von mir abfallen würden. Wenn ich mal sterbe, möchte ich verbrannt werden und aufs Meer gestreut werden. Ich möchte nicht in einem engen Sarg unter die Erde. Es gibt keinen schöneren Ort nach dem Tot als das Meer. Ich liebe es einfach und bin glücklich jetzt hier leben zu können und es jeder zeit zu sehen, wann immer ich möchte. Es ist, als ob das Wasser alle meine Sorgen meine, Trauer und meine Ängste mit sich nimmt. Ich liebe es einfach.

Das ich die Familie von meinem Vater kennen gelernt hatte und sie alle sehr lieb zu mir waren, stellte sich später als Trugschluss heraus. Wir waren also drei Wochen in Spanien und ich verliebte mich in das, was ich gesehen hatte. Die Sonne, die Palmen und das Meer, alles war für mich wunderschön.

Als wir wieder in Deutschland waren, ging mein Leben hier weiter wie immer. Angst und Missbrauch waren meine ständigen Begleiter. Als ich an einen Nachmittag in meinem Zimmer meine Hausaufgaben machte, kam mein Vater ins Zimmer. Er kam auf mich zu und küsste mich auf den Mund. Ich fand das so ekelhaft, dass er mir das angesehen hatte und schlug mir ins Gesicht. Ich fing an zu weinen und meine Mutter rief uns in diesem Moment, denn wir sollten essen kommen. Mein Vater wollte anscheinend nicht, dass meine Mutter mich weinen sah und tröstete mich. Er nahm mich auf den Arm und trug mich runter. Ich fühlte mich so Scheiße, so elend gedemütigt. Meine Mutter fragte wie immer nicht was los sei warum ich geweint hatte. Sie interessierte sich nie dafür was mit mir los war. Noch nicht einmal auf dem Klo hatte ich meine Ruhe vor ihm. Als ich einmal auf dem Klo war, die Tür war zugeschlossen, merkte ich das irgend jemand mich beobachtete, ich spürte es einfach. Also beugte ich mich nach vorne und schaute durch das Schlüsselloch. Und da war er und schaute mir sogar auf der Toilette zu. Ich konnte noch nicht einmal in Ruhe aufs Klo. Von diesem Tag an habe ich immer ein wenig Klopapier ins Schlüsselloch gestopft wenn ich auf die Toilette musste, damit er mich nicht beobachten konnte. Wie krank muss ein Mensch sein, um so schreckliche Sachen zu machen und einen anderen psychisch so kaputt zu machen???

Auch kam er manchmal in die Schule, nur um zu schauen was ich machte und ob ich mit Jungens redete oder so. Und er schleimte sich super bei meinen Freundinnen ein, wie damals bei den Nonnen. Meine Freundinnen meinten dann immer, was ich doch für einen tollen Vater hätte so lieb. Ich hätte am liebsten laut geschrien, was für ein Schwein er ist. Denn er war alles andere als lieb. Und keiner wusste in was für einer Hölle ich lebte.

Die Zeit verging und meine Eltern spielten mit dem Gedanken nach Spanien auszuwandern. Ich weiß nicht, mir hatte Spanien sehr gefallen aber dort zu leben? Und ohne meine Geschwister ? Ich war damals fast 15 Jahre alt. Ich war in Deutschland geboren und sollte jetzt für immer nach Spanien? Der Gedanke war schon etwas schwierig für mich, aber mich fragte ja niemand was ich denke oder fühlte. Einmal sagte mir meine ältere Schwester S., dass wenn ich in Spanien leben sollte und irgendetwas sei, ich sie anrufen sollte. Später wusste ich warum sie das gesagt hatte. Sie meinte sicher das, was mein Vater ja machte, denn er hatte sie ja auch missbraucht. Aber ich hatte mich ja noch nicht mal getraut etwas in Deutschland zu sagen und ich glaubte, so weit weg hätte ich noch weniger gesagt. Meine Eltern meldeten mich von der Schule ab und so konnte ich noch nicht mal meinen Hauptschulabschluss machen. Ihnen war ja egal was mal aus mir wird. Ich erinnere mich noch an den Tag als wir bei meiner Schwester Martina waren und uns verabschiedeten. Es war schrecklich für mich. Meine Schwester Martina war hochschwanger. Welche Mutter lässt ihre Tochter so zurück, ein paar Tage vor dem Geburtstermin? Und mich von meinem Neffen zu verabschieden war grausam. Ich liebte ihn so sehr, er war so ein süßer kleiner Kerl. Mit seinen Löckchen und seinen himmelblauen Augen. Ich hatte in meinem ganzem Leben noch nicht so geweint, wie an diesem Tag, als ich ihn umarmen und auf Wiedersehen sagen musste. Es brach mir das Herz! Meine Mutter, ich weiß gar nicht mehr ob sie überhaupt geweint hatte? Meine Schwester Martina hat mir erzählt, dass als meine Mutter sie umarmt hat ihr (meiner Mutter) der Ohrring runter gefallen war. Sie schob dann meine Schwester zur Seite und hob den Ohrring auf. Also in so einem Moment ist der Ohrring doch ehrlich egal. Meine Mutter ist so eine kalte Person, ohne Gefühle für ihre Kinder. Da war der Ohrring einfach wichtiger?! Das ist unbegreiflich. Meiner Mutter war anscheinend alles egal... Wir waren noch ein oder zwei Tage bei meiner Schwester S. und sind dann nach Spanien geflogen. In Spanien hatte meine Mutter ein Einfamilienhaus gekauft. Aber niemand weiß wie einsam ich mich fühlte. Ich war alleine mit meinen Eltern und ich war so schrecklich traurig ich vermisste meine Schwestern und meine Freunde aus Deutschland. Auch in Spanien hörte der Missbrauch nicht auf. Ich fühlte mich so richtig allein und verlassen und mir ging es gar nicht gut! Ich weinte viel und hatte schreckliches Heimweh nach Deutschland. Mein Vater hat ja hier in Spanien eine große Familie und viele Geschwister. Seine jüngste Schwester wohnte gerade mal zwei Straßen von uns entfernt. Ich war viel bei meiner Tante, denn sie war noch jung hatte auch schon zwei Kinder, aber sie unternahm viel mit mir. Ich war gerne bei ihr und hatte sie sogar richtig lieb mit der Zeit. Sie war sehr freundlich zu mir und machte es mir ein klein wenig einfacher mich nicht so alleine zu fühlen. Ich hatte keine Freundinnen in meinem Alter und meine Eltern bemühten sich auch nicht das ich hier in Spanien noch mal zur Schule ging. Es war ihnen ja egal was mal aus mir wird.

Eines Tages stritt sich mein Vater mit meiner Tante, keine Ahnung warum. Sie weinte sehr und hatte Hausverbot von ihm bekommen. (So was machte er gerne, andere Leute vor die Tür setzen).Ich durfte sie dann auch nicht mehr besuchen, denn mein Vater wollte das nicht. Also war ich wieder alleine. Ich habe auch einen Cousin, der etwa in meinem Alter ist und mit dem ich mich mal auf dem Spielplatz getroffen habe. Mein Vater hatte mich gesucht und einen solchen Aufstand gemacht weil ich da mit meinem Cousin auf der Bank saß. Mein Vater schrie ihn sogar an und sagte, dass er nicht in meine Nähe kommen sollte. Mein Vater wollte ja nicht das ich Kontakt zu Jungs hatte, aber er war doch mein Cousin, es war doch nichts schlimmes dabei! Auch stritt er sich mit seinen anderen Geschwistern, keine Ahnung wieso aber er musste immer mit jemandem streiten, er konnte einfach nicht in Frieden mit jemandem leben. Wenn es nicht die Geschwister waren mit denen er sich stritt, dann waren es die Nachbarn. Und es war nicht die Schuld der Nachbarn wenn es Streit gab.

Es sind alles liebe Leute gewesen die ich heute noch sehe und die sich noch an mich erinnern, als ich damals als Kind nach Spanien kam. Sie grüßen alle ganz lieb und reden mit mir und sagen mir immer noch was für ein Tyrann meine Vater war und ist. Mein Vater stritt überall, mit Familie, Nachbarn und sogar beim Arzt schrie er herum. Ein Mann hat mir erzählt, dass mein Vater beim Arzt sogar mal die Tür eingetreten hätte weil der keine Medizin verschreiben wollte. Und das die Polizei kommen musste. Der Mann der mir das erzählt hat, hat einen kleinen Laden und musste meinen Vater auch dort schon raus schmeißen weil er sich mit seinen Kunden stritt. Der Mann sagte mir, das mein Vater ein sehr streitsüchtiger Mensch sei, sehr aggressiv und gewalttätig. Aber das weiß ich ja selbst.

In der Zeit damals schrieb ich noch mit meinen Geschwistern und am meisten mit Martina. Es machte mich so glücklich Briefe von ihr zu bekommen. Und sogar von meinem kleinen Neffen, denn er diktierte meiner Schwester was sie schreiben sollte. Sie schrieb einmal mit einer Schreibmaschine und es war ganz lustig, weil der Buchstabe “R“ an der Schreibmaschine kaputt war und mein Neffe mir das alles genau in diesem Brief erklärte. Ich vermisste ihn so sehr! Er war mein kleiner Sonnenschein und ich konnte ihn nicht mehr sehen. Also ich schrieb meiner Schwester, hatte aber nie den Mut ihr irgendetwas zu schreiben was ich noch in Spanien mit meinem Vater durchmachte. Sie fragte mich auch nie und ich bin ihr nicht böse deswegen, denn sie hat die Hölle auf Erden mit ihm durchgemacht und hatte auch noch nicht den Mut endlich zu reden.

Der Missbrauch ging weiter er zwang mich weiter auf seinem Schoss zu sitzen und befummelte mich wie immer. Es war so grausam, ich war keine drei Jahre mehr und ich schämte mich schrecklich wollte wollte nur weg, aber er hielt mich ganz doll fest. Es war so ekelhaft, ihm war es egal wenn ich weinte und ich glaube, ihm gefiel es sogar zu spüren das er stärker war, das ich mich nicht wehren konnte. Eines nachts, ich konnte nicht schlafen und es war so heiß und ich hatte einen tierischen Sonnenbrand, weil wir mit dem Rad an den Strand gefahren waren. Er hatte sich verfahren und so haben wir lange den Weg zum Strand suchen müssen. Dann später wieder der Rückweg. Und so hatten wir uns die ganze Haut verbrannt. Wir waren ja noch nicht die Sonne von hier gewohnt und im Sommer haben wir hier über 45 Grad. Also, ich hatte einen riesigen Sonnenbrand und meine Mutter lag eine Woche mit Fieber im Bett. In dieser besagten Nacht, in der ich nicht schlafen konnte, saß ich auf meinem Bett weil ich weder sitzen noch liegen konnte wegen dem Sonnenbrand, als er in mein Zimmer kam. Mir stockte der Atem und ich bekam sofort Panik und dachte nur, was ich jetzt wohl wieder ertragen müsste. Er kam zu mir, gab mir einen Kuss und ging wieder. Ich war wieder wie gelähmt! Ich fand das so ekelhaft ihn nackt sehen zu müssen und ich hatte solche Angst, weil ich ja nicht wusste was er wieder wollte. Aber er ging Gott sei dank wieder in sein Zimmer und ließ mich in Ruhe. Ich fragte mich damals immer, wann das alles endlich ein Ende hätte und wie lange ich es noch ertragen müsste? Ich lebte jeden Tag in gigantischer Angst, immer am schauen wo er war, von wo er kam, um mir was zu machen. Ich war immer auf der Hut. Ich ging sogar mit meiner Mutter auf die Toilette und setzte mich zu ihr auf den Boden, weil ich solche Angst hatte bei ihm alleine zu sein. Meine Mutter fragte mich nie warum ich sie sogar bis aufs Klo begleitete.

In unserer Nachbarschaft wurden noch mehr Häuser gebaut und dort auf der Straße lief eine streunende Hündin herum, die Welpen bekommen hatte. Mein Vater erlaubte mir, dass ich einen davon nehmen durfte für mich. Ich war so glücklich, ich nahm einen Welpen und gab ihm den Namen “Bobby“. Er war so süß, schwarze Ohren hatte er und war weiß mit schwarzen Flecken am Rücken. Ich liebe Hunde und ich war in dem Moment das glücklichste Mädchen auf der ganzen Welt! Mein erster eigener Hund. Kurz danach nahmen wir noch einen kleinen Hund, es war eine kleine Hündin die ich “Susi“ nannte. Es ging ihr nicht gut auf der Straße, sie wurde geschlagen und ich weinte sehr, weil ich das nicht mit ansehen konnte. Sie war eine ganz hübsche Hündin und sehr lieb. Ich liebte beide sehr. Mein Vater aber, wenn ihm was nicht passte oder irgendwas mit den Hunden war, schlug er sie so sehr das Bobby vor Angst auf den Boden pinkelte. Oder er trat auf sie drauf. Ich hatte ja schreckliche Angst vor meinem Vater, aber wenn ich das sah ging ich dazwischen und schrie ihn sogar an, das er aufhören sollte die Armen zu schlagen. Mein Vater ist das Allerletzte, es gefiel ihm schon immer den schwächeren weh zu tun. Kinder und Hunde zu misshandeln wo er weiß, die können sich ja sowieso nicht wehren. Meine Eltern wussten genau wie ich meine Hunde liebte und so hatten sie etwas, womit sie Druck auf mich ausüben konnten.

Eines Nachmittags war ich im Flur, meine Mutter war oben auf der Terrasse und hängte gerade Wäsche auf. (Ich vergesse diesen Tag nie!!!) Mein Vater kam von hinten und umarmte mich fest und wollte mit seiner Hand in meine Hose. Ich wehrte mich und schrie laut “NEIN“ und schubste ihn von mir weg. Meine Mutter hatte das anscheinend gehört, aber anstatt runter zu kommen um zu schauen was los war, hörte ich nur wie sie die Tür von der Terrasse zuschlug. Ich fühlte mich so schlecht, denn es war so als ob meine Mutter eifersüchtig war auf das, was mein Vater mit mir machte. Dachte die vielleicht noch mir machte das Spaß? Es war die Hölle für mich, jedes Mal diese Angst, diese Erniedrigung! Es war so ekelhaft und sie schaute nicht mal was vorgefallen war. Als ich einen Nachmittag mit meiner Mutter alleine war, erzählte ich ihr alles. Alles was mein Vater all die Jahre mit mir gemacht hatte. Sie sagte mir dann, sie würde mit ihm reden. Nur reden? Dieser “Mensch“, der mein Vater war, hatte mich Jahre lang sexuell missbraucht und sie wollte nur reden???????? Sie hätte sofort mit mir zur Polizei gehen und ihn anzeigen sollen! Aber das tat sie nicht. Nur das sie mit ihm reden würde, das war alles. Ich erinnere mich als sei es gestern gewesen. Meine Eltern waren oben im Schlafzimmer. Ich war unten im Wohnzimmer und ich wollte malen um mich abzulenken, aber ich malte gar nichts. Ich hatte Herzrasen ohne Ende, denn ich wusste sie wollte jetzt mit ihm reden. Ich weiß nicht, wie viel Angst ein Mensch in seinem Leben ertragen kann, aber ich konnte einfach nicht mehr. In so einem Moment will man sterben damit alles vorbei ist. Ich hörte erst gar nichts und nach einer Weile hörte ich, wie er schrie und “nein“ sagte. Keine Ahnung was dieses nein heißen sollte, dass er mir nichts getan hat oder dass er weiter machen würde. Ich fühlte mich so alleine, keiner war dar der mich tröstete, der mich beruhigen und mir diese beschissene Angst nehmen konnte. Ich war ganz alleine mit diesen zwei Menschen, die meine Eltern waren, aber denen ich egal war. Mein Vater missbrauchte mich seit diesen Zeitpunkt nicht mehr. Gott sei dank hatte das wenigstens ein Ende. Jetzt aber ging es weiter mit Beschimpfungen, oder er redete nicht mehr mit mir und wenn doch, dann nur um sich mit mir zu streiten. Naja, mit mir zu streiten ist etwas übertrieben, denn ich habe mich ja nie getraut ihm zu widersprechen. Auch wenn er mich nicht mehr missbrauchte hatte ich trotzdem schreckliche Angst vor ihm. Ich bin mit dieser Angst groß geworden und habe sie immer noch. Ich fühlte mich sogar eine Zeit lang schlecht, weil ich alles meiner Mutter gesagt hatte. Die Situation zu Hause war bedrückend und ich fühlte mich schuldig. Ich wusste nicht mehr ob es gut war oder schlecht, das ich endlich alles erzählt hatte. Obwohl meine Mutter es ja sowieso wusste, denn ich hatte ihr damals in Deutschland ja schon Andeutungen gemacht, dass mein Vater mich missbrauchte. Ich hatte ihr doch von diesem Schuster erzählt und das mein Vater auch solche Sachen machte. Ich ging durch die Hölle mit den beiden in diesem Haus. Was ich psychisch ertragen musste, war nicht mehr normal. So viel Angst und so allein. Meine Eltern stritten jetzt sehr sehr oft. Sogar nachts. Wenn ich es schaffte einzuschlafen, kam mein Vater ins Zimmer, riss mir die Decke weg und zog mich aus dem Bett. Er nahm mich mit nach unten in die Küche und ich musste mich zwischen sie stellen und ihren Streit anhören. Ich hatte ein kurzes Nachthemd an und meine Mutter sagte mir sauer: „ Zieh dir sofort was an, oder willst du deinen Vater reizen?“ Sie stritt mit meinem Vater und kontrollierte was ich an hatte! Sie war krank vor Eifersucht und einfach nicht normal! Ich wurde richtig nervlich krank dadurch. Ich konnte nicht mehr normal schlafen und wenn ich zwei Stufen die Treppe rauf musste bekam ich kaum Luft. Und ich war damals sehr schlank also am Gewicht hatte es nicht gelegen. Ich wog gerade mal 50 kg. Meine Mutter ging mit mir nach Cádiz zu einem Arzt, der mein Herz untersuchte. Ich bekam Tabletten zum schlafen und der Arzt sagte meiner Mutter, dass er noch nie ein Kind in meinem Alter gesehen hätte, das nervlich so kaputt war. Keine Ahnung was meine Mutter dem Arzt erzählt hatte. Ich nahm die Tabletten aber meine Eltern hörten nicht auf zu streiten und alles ging weiter. Ihnen war es egal das ich nervlich am Ende war, sie machten weiter als gäbe es mich gar nicht.

Eines nachmittags kam ein Anruf von Deutschland. Es war meine Schwester Martina. Ich weiß nicht mehr, ob sie oder ihr erster Mann mit meiner Mutter gesprochen hatte. Sie sagten meiner Mutter auf jeden Fall was mein Vater für grausame Sachen in Deutschland getan hatte. Er hatte meine Schwester Martina mit nur 8 Jahren vergewaltigt und das über Jahre. Meine Schwester S. und meinen Bruder M. auch missbraucht und auch vergewaltigt. Meine Schwester Martina bis sie 15 Jahre alt war. In dem Moment dachten wir, unsere Mutter wäre auf unserer Seite, denn sie erzählte meiner Schwester was er mit mir getan hatte. Sie wussten in Deutschland ja nichts davon. Sie sagte auch, das mein Vater ihr gesagt hätte er hätte mir nicht weh getan. Er hätte mir nicht weh getan??????? Sind 14 Jahre sexueller Missbrauch für ihn nicht weh tun????? Oder meinte er damit, dass er mich Gott sei Dank nicht vergewaltigt hatte????? Ob er mir weh getan hat oder nicht, das weiß ich, denn ich werde diese ganzen Jahre nie vergessen! Und es hat verdammt noch mal sehr weh getan! In der Zeit sagte meine Mutter, das sie ihn verlassen würde und zurück nach Deutschland wollte. Ich war in diesem Moment total glücklich ich wollte nur noch weg! Weg von ihm, ihn nie wieder sehen müssen! Aber am Ende geschah nichts. Meine Mutter machte das, was sie all die Jahre getan hatte: Sie verteidigte meinen Vater und war an seiner Seite! Sie fing an schlecht über meine Geschwister zu reden. Meiner Mutter ging es dann auch nicht mehr so gut, sie hatte dann auch mit den Nerven zu kämpfen. Ich hatte nur schreckliche Angst, dass wenn ihr etwas passieren würde ich alleine mit meinem Vater wäre. Ich übernahm sämtliche Arbeiten Zuhause, ich putzte das Haus, kochte, ging einkaufen und wusch die Wäsche. Halt alles, was man so in einem Haushalt machen muss. Nur ich hatte meinen Vater immer im Rücken, egal was ich machte, nichts war für ihn gut. Alles was ich machte war schlecht. Er sagte mir immer, ich sei nichts wert ich wäre zu blöd für alles und könnte noch nicht mal kochen. Ich putzte jeden Tag den Hof, in dem unsere Hunde waren, damit es immer sauber war. Aber sobald er nach Hause kam und noch nicht mal richtig drin, sagte er immer der Hof würde stinken ich hätte nicht geputzt. Ich musste mich um meine Mutter kümmern und für sie zum Arzt gehen, damit sie Medikamente bekam. Wenn ich sie mal darum bat mir zu helfen, wenigstens Kartoffeln zu schälen, sagte sie nur sie könne nicht, denn es ginge ihr nicht gut. Im Wohnzimmer war den ganzen Tag der Rollladen unten, es war dunkel im Haus und sie lag den ganzen Tag nur auf dem Sofa. Ich war noch ein Kind und musste alles machen. Ich konnte manchmal auch nicht mehr aber wenn ich es nicht schaffte, kam mein Vater und beschimpfte mich.

Ich erinnere mich auch noch daran, wenn mein Vater mal wieder mit den Hunden ins Feld ging. Dann hatte er schon einige Male den Hosenstall offen und ich hörte nur wie meine Mutter zu ihm sagte, er solle aufpassen sonst würden sie hier in Spanien noch Ärger bekommen. Er meinte nur immer, es würde schon nichts passieren. Ich will nicht wissen was dieser kranke Mensch im Feld mit den Kindern gemacht hatte. Er hatte ja weder vor seinen Stiefkindern, noch vor mir seinem eigenen Kind, halt gemacht. Also werden die Kinder von der Straße ihm erst recht egal sein. Und auch meine Mutter wird die von der Straße nicht schützen. Sie hat ja ihre eigenen Kinder nicht schützen wollen. Und das ist meine größte Sorge, denn mein Vater ist ja immer noch auf freiem Fuß und ich habe schreckliche Angst, dass er das immer noch tut. Kinder missbrauchen. Ich bin mir sicher dass er das noch tut, wenn sich dazu die Möglichkeit ergibt. So ein Mensch hört nicht von einem auf den anderen Tag auf ! So etwas machen solche Menschen ihr Leben lang.

Mein Vater missbrauchte mich zwar nicht mehr, aber seine Blicke waren schrecklich! Er schaute mir immer direkt auf die Brust oder zwischen die Beine wenn er mit mir sprach. Und ich fühlte mich einfach nur schrecklich in seiner Nähe. Eines abends, als wir zusammen am Tisch saßen und zu Abend aßen, saß mein Vater neben mir. Ich schaute dann einfach so nach unten, keine Ahnung wieso. Und was ich sah, ließ mich schon wieder erstarren vor Angst, Schreck und Ekel. Er hatte seinen Penis neben an seiner kurzen Hose raus geholt und so sah ich einen Teil davon. Es war so ekelhaft und ich konnte nicht mehr essen. Ich erzählte es später meiner Mutter, aber sie sagte nichts und unternahm auch nichts. Ihr war es egal, wie alles was mein Vater machte.

Mein Vater nutzte auch jede Gelegenheit um, wenn er an mir vorbei ging, mit seinem Ellenbogen meine Brust zu streifen. Ich fand das alles schrecklich und ich hasste ich ihn dafür. Auch wenn er mich nicht mehr missbrauchte, tat er es doch auf irgendeine Weise immer noch.

Meine Mutter, so krank wie sie ist, sagte mir damals immer: „Wenn du mal einen Mann hast und du ihm das alles erzählst, wird er dich noch mehr lieben, weil du so viel mitgemacht hast!“ Aber als ich Andrés (meinen heutigen Mann) kennen lernte, änderte sie die Version. Jetzt hieß es: „Erzähle niemandem davon, sonst kommt dein Vater ins Gefängnis und ich würde das nicht ertragen!“ Was uns passiert ist war ihr egal, aber um ihn hatte sie Angst.

Als ich 17 Jahre alt war lernte ich meinen Ehemann kennen. Als mein Vater heraus fand das ich mit einem Jungen ging, warf er einen Schuh nach mir und beschimpfte mich als Schlampe. Er nahm sogar einen Gürtel und wollte mich damit schlagen. Ich machte viel mit mit meinem Vater, aber ich blieb mit Andrés zusammen. Andrés absolvierte gerade seinen Militärdienst und wir konnten uns nicht so oft sehen. Er rief mich an, wenn er in Chiclana war denn seinen Militärdienst machte er in Cádiz. Wir trafen uns dann. Meinen Vater ärgerte das so sehr, das ich dann immer ging wenn Andres anrief, dass er einmal das ganze Telefonkabel aus der Wand riss. Ich hatte immer noch schreckliche Angst vor meinem Vater, aber meine Mutter meinte ich sei jetzt alt genug einen Freund zu haben und sagte ich könne gehen. Mein Vater wollte aber nicht dass ich mich mit Andrés traf und so musste ich um 22 Uhr zu Hause sein nur, damit ich nicht länger mit Andrés zusammen sein konnte. Aber Andrés blieb mit mir zusammen! Er erzählte mir Sachen aus seiner Kindheit. Er hatte es auch nicht leicht gehabt! Er hatte seinen Vater verloren, als er gerade mal 8 Monate alt war. Er war an Magenkrebs gestorben. Ich weiß, es war alles auch sehr schwer für ihn gewesen. Aber das hatte nichts mit der Hölle zu tun, durch die meine Geschwister und ich gegangen sind. Ich sagte ihm dann nur immer, wenn ich dir nur erzählen würde was ich in meinem Leben mitgemacht habe. Aber ich erzählte es ihm nie. Ich hatte ja meine Mutter, die mich immer wieder darauf ansprach ja nichts zu erzählen, sonst käme mein Vater ja ins Gefängnis. Ich weiß nicht warum, aber ich liebte meine Mutter. Sie wusste genau, welche meine Schwachstellen waren und manipulierte mich wo sie nur konnte. Ich glaube, wenn sie damals gesagt hätte, das ich meinen Freund verlassen soll, dann hätte ich es sogar getan, solch eine Macht hatte sie über mich! Ich lernte in dieser Zeit auch meine jetzige Schwiegermutter kennen. Sie ist eine herzensgute Person, die viel für ihre Kinder gekämpft hat im Leben. Ich liebe sie sehr und ich glaube sie weiß gar nicht wie sehr und wie wichtig sie für mich ist. Ich bin glücklich eine so gute Schwiegermutter zu haben! Wenn ich leider schon keine gute Mutter hatte, habe ich heute eine Schwiegermutter die Millionen wert ist. Sie verdient allen Respekt der Welt, denn sie ist - wie man in Spanien sagt - eine “Señora“ von Kopf bis Fuß.

Eines Tages als ich zu Hause am Mittagstisch saß, fingen meine Eltern wieder an zu streiten. Es war jedes Mal schrecklich, denn mein Vater fing immer an sehr zu schreien. Er schlug sie und sie lief auf die Straße und rannte weg. Ich lief hinter ihr her, aber sah sie nicht mehr. Ich ging zurück nach Hause aber mein Vater sagte mir, ich solle bloß abhauen sonst würde er mich auch noch schlagen. Wo sollte ich nur hin? Ich ging zu Andrés Nachhause. Ich hatte so schreckliche Angst und nur bei Andrés fühlte ich mich ein klein wenig geborgen. Ich erzählte ihm alles und er beschloss mich nach Hause zu begleiten. Auf dem Nachhauseweg trafen wir meinen Vater, der sagte zu Andrés das er verschwinden solle und mich schubste er fest und sagte, ich solle sofort nach Hause. Andrés hatte Angst um mich und lief zur Polizei. Die rief bei uns zu Hause an und sprach mit meinem Vater. Er zog das alles ins lächerliche und meinte zur Polizei, sie könnten mich gerne selbst fragen. Er gab mir das Telefon, blieb aber neben mir stehen um zu hören was ich sagte. Sie fragten dann ob alles in Ordnung sei. Nichts war in Ordnung in meinem Leben aber wie konnte ich das sagen??? Mein Vater stand neben mir und ich hatte schreckliche Angst vor ihm. Wie gerne hätte ich gesagt was für eine Art Mensch mein Vater ist, aber ich hatte nicht den Mut dazu. Er hätte mich sicher geschlagen wenn ich auch nur einen Ton gesagt hätte. Ich weiß, das Andrés sich Sorgen um mich gemacht hatte, aber er wusste ja nicht was in meinem Leben los war und welche Ängste ich jeden Tag ertragen musste. Was hätte ich darum gegeben der Polizei erzählen zu können, dass mein Vater mich fast 15 Jahre lang sexuell missbraucht hatte. Aber nein, ich sagte gar nichts. Andrés rief mich später an und sagte, er mache Schluss mit mir. Ich verstand ihn, er fühlte sich einfach nur verarscht. Er hat so viel für mich getan und ich bin ihm in den Rücken gefallen. Aber mein Vater hatte eine solche Macht über mich und das wusste Andrés ja nicht. Ich weiß, wenn ich Andrés damals alles erzählt hätte, dann hätte er mich mit zu sich Nachhause genommen und auch seine Mutter hätte mich aufgenommen. Aber ich konnte nichts erzählen! Mein ganzes Leben lang habe ich diese schrecklichen Sachen totschweigen müssen. Ich hatte niemandem dem ich das erzählen konnte. Ich rief Andrés an und weinte sehr, ich sagte er solle mich nicht verlassen und ich wollte ihn sehen. Wir trafen uns auf der Straße und sprachen lange miteinander, aber ich erzählte ihm immer noch nichts. Wir waren wieder zusammen und ich weiß wie weh ihm das alles tat. Heute weiß mein Mann alles und versteht jetzt, warum ich so reagiert habe in so vielen Situationen und was für Ängste ich hatte. Ich denke oft darüber nach, was gewesen wäre wenn ich ihn damals nicht angerufen hätte? Er hätte eine andere Frau heiraten können und müsste nicht so viel mit mir leiden. Es ist nicht immer leicht für ihn mit mir. Ich habe Tage da geht es mir gut. Andere, da bin ich so unendlich traurig und könnte nur weinen. Und andere wieder, da bin ich so sauer und wütend und will nur das man mich in Ruhe lässt. Manche Tage denke ich: „Warum ich? Warum musste ich eine so Scheiß Kindheit haben? Warum musste meine Schwester Martina so viel mitmachen mit ihm? Warum hat er mich nicht auch vergewaltigt? Meine Schwester ist genauso viel wert wie ich!“ - Alles was er ihr angetan hat geht mir nicht aus dem Kopf und es zerfrisst mich innerlich. Es tut so weh zu wissen MEIN VATER hat das alles getan. Meine Schwester ist ein guter Mensch sie war im Heim immer für mich da. Und sie ist verdammt stark ihr Leben heute zu meistern wie sie es macht. Ich bin sehr stolz auf sie!

Meine Mutter redete viel mit mir und sagte immer, das wenn ich mal heiraten würde, wir ja bei ihr wohnen könnten. Wir im oberen Teil vom Haus und sie unten. Ich liebte meine Mutter in diese Zeit noch abgöttisch und es ging mir einfach nicht in den Kopf, das sie ja alles wusste was mein Vater uns angetan hatte. Ich wollte oder konnte es einfach nicht verstehen oder sehen. Ich wollte es so nicht sehen, ich wollte das meine Mutter mich liebte wie es ja eigentlich auch sein sollte das eine Mutter ihre Kinder liebt. Sie sagte mir, sie habe ja vier Kinder aber das ich ihr doch sehr am Herzen liege und sie mich am meisten liebte. Nach Jahren habe ich es mal meiner Schwester Martina erzählt und sie sagte mir, dass meine Mutter ihr dasselbe auch immer gesagt hatte. Mein Gott wie gut konnte unsere Mutter uns manipulieren und mit unseren Gefühlen spielen. Und alles so hinstellen das wir Geschwister uns nie gegenseitig was erzählten und immer schwiegen. Wir vergasen all den Schmerz den man uns zugefügt hatte, nur um unsere Mutter glücklich zu sehen.

Ich hatte so viele Zukunftspläne wie alle jung verliebten Paare. Zu arbeiten und zu sparen, damit wir uns ein Haus oder eine Wohnung kaufen könnten. Ich fand einen Job am Strand und freute mich sehr. Er gefiel mir auch gut, aber ich konnte nur kurze Zeit dort arbeiten, denn meine Mutter rief an und sagte ihr ginge es nicht gut und ich sollte nach Hause kommen. Ich musste die Arbeit aufgeben um Nachhause zu gehen und sie zu pflegen und zu bedienen. Sie hatte eigentlich gar nichts. Heute weiß ich, es war ihr schlechtes Gewissen das sie innerlich auffraß. Die Angst zu haben, das doch mal alles raus kommt und die Leute erfahren, was für eine Mutter sie ist. Sie wusste, dass ich sie abgöttisch liebte und nutzte das zu ihren Gunsten aus in allen Situationen. Ich machte alles für sie und sie lag den ganzen Tag auf dem Sofa. Einige Zeit später ging es ihr wieder etwas besser, denn Andrés und ich sprachen davon zu heiraten. Sie hatte ja gesagt, ich könnte bei ihr wohnen eine Zeit und so dachten wir, das ich dann bei ihr sein könnte und auch arbeiten und ihr helfen. Ich Heiratete im September 1992 und ich war so glücklich an diesem Tag! Andrés wusste immer noch nichts vom sexuellen Missbrauch. Ich hatte nicht den Mut darüber zu sprechen und ich hatte immer meine Mutter an der Seite die immer sagte ich solle nichts erzählen. Wir hielten nur vier Monate bei meinen Eltern aus. Mein Vater machte mir das Leben zur Hölle und meine Mutter auch. Ich wollte mal mit Andres wegfahren in ein großes Einkaufszentrum. Aber meine Mutter wollte nicht das ich gehe, sie wollte das ich bei ihr blieb. Aber ich sagte ihr nein ich wolle mit meinem Mann gehen und etwas Spaß haben. Andrés wurde das hin und her einfach zu viel und ging. Ich fragte meine Mutter warum sie mich denn nicht mal ein wenig in Ruhe lassen könne? Sie fiel auf einmal ohnmächtig zu Boden und ich erschreckte mich sehr und bekam Angst. Ich rannte schnell Andrés hinterher und er kam schnell zurück und half meiner Mutter sich wieder hinzusetzen. Zu der Zeit wusste ich noch nicht, dass meine Mutter das mit der Ohnmacht extra machte, sie hatte mich so in der Hand, denn sie merkte wie sehr ich mich jedes mal erschrak. Sie wusste, dass ich alles für sie machen würde. Der psychische Druck den sie auf mich ausübte war schrecklich, ich war total nervös und total verängstigt, denn ich dachte immer ihr würde was passieren.

Wir hatten sehr liebe Nachbarn, eine ältere Dame die Schneiderin war und mir mein Hochzeitskleid gebügelt hatte. Auch dort ist sie mal in Ohnmacht gefallen, so dass alle Leute sie bemitleideten. Und ich dann immer als schlechte Tochter da stand. Und meine arme Mutter ja so viel leiden musste. Sie hat immer alles so gemacht, dass nie jemand schlecht von ihr denken konnte. Als ich ungefähr einen Monat verheiratet war, wollte Andrés mit mir und Freunden einen ganzen Tag nach Sevilla fahren. Meine Mutter fing wieder an mir das Leben schwer zu machen, sie wollte nicht das ich gehe. Sie wollte nicht dass ich mich von ihr abkapselte. Sie wollte nicht die Kontrolle über mich verlieren. Sie wollte immer sehen was ich machte. Aber am Ende gingen wir doch und wir hatten einen schönen Tag in Sevilla und ich konnte mal so richtig abschalten. Als ich damals oben war und mit Andrés Fernsehen schaute, rief sie mich immer zu sich. Sie wollte nicht, dass ich mit Andrés oben war. Sie versuchte immer ihr Machtspiel, nach dem Motto: Mal schauen auf wen ich mehr hörte, auf sie oder auf meinen Mann. Natürlich liebte ich Andrés von ganzem Herzen, aber ich sah nur meine Mutter die angeblich krank war und mich brauchte. Andrés und ich diskutierten viel deswegen. Meine Mutter mischte sich ein in meine Ehe wo sie nur konnte, sie wollte nicht das ich Andres 100 % vertraute, weil sie wusste das ich ihm sonst alles erzählen würde. Ich vertraute aber meinem Mann schon in der Zeit 100% nur ich wohnte noch Zuhause und das war es, was alles schwieriger machte. Nur deswegen habe ich ihm noch nicht alles erzählt!

Einmal war mein Mann nicht zu Hause wir dachten damals darüber nach auszuziehen aus dem Haus meiner Eltern. Wir wollten so dort nicht mehr leben. Meine Mutter wusste dass wir mit diesem Gedanken spielten und sagte zu mir: „Ich wünsche dir, wenn du hier ausziehen wirst, das du niemals in deinem Leben glücklich wirst!“ Ich fing fürchterlich an zu weinen! Wie konnte sie mir das nur sagen, ich war ihre Tochter!? Wie kann eine Mutter ihrem eigenen Kind wünschen niemals glücklich zu werden? Nach einer Weile sagte sie mir, das es ihr leid täte, aber ich wusste sie hat es gesagt weil sie es so gefühlt und auch so gemeint hatte. Sie hat mich nie geliebt und hatte nur Angst das ich eines Tages gehen und nicht mehr unter ihrer Fuchtel stehen würde. Und, das ich endlich über alles reden würde, davor hatte sie Angst. Ich zog wie gesagt mit Andres aus. Ees waren nur zwei ganz kleine Zimmer in denen wir wohnten. wir hatten keine Küche und nur eine Toilette ohne Badewanne. Ein kleines Schlafzimmer und ein winzig kleines Wohnzimmer wo nur ein Sofa rein passte. Wir gingen zu meiner Schwiegermutter zum essen und baden. Aber ich war dort so glücklich, denn ich war endlich alleine mit Andrés. Aber meine Eltern ließen mich auch so nicht in Ruhe. Es gab wieder Probleme mit meinem Vater und er war wieder mal mit etwas nicht einverstanden und so durfte mein Mann nicht mehr zu meinen Eltern ins Haus. Jetzt hatte ich wieder Probleme, denn meine Mutter wusste noch immer wie sie mich um den Finger wickeln konnte und ich war so blöd und glaubte ihr alles. Meine Eltern verkauften das Haus und kauften ein anderes mit Garten. Ich ging einmal die Woche meine Mutter besuchen. Mir ging es nicht gut dabei denn ich musste Andrés zurücklassen der langsam nichts mehr verstand. Er merkte, dass irgendetwas nicht normal war aber was es war konnte er ja nicht wissen. Er bemerkte wie meine Mutter mich manipulierte und stritt sich deswegen mit mir. Ich wollte es so nicht sehen und sagte immer, das sie meine Mutter sei. Sie war für mich immer an erster Stelle, auch wenn ich Andres sehr liebte. Sie war meine Mutter. Also war das Ganze nicht leicht für mich, denn ich wollte meine Mutter sehen und wollte aber auch nicht meinen Mann verletzen. Ich erinnere mich daran, dass als ich meine Mutter einmal besuchen ging sie mir ein kleines Buch zeigte. Sie meinte so zu mir, ich könnte das mal alles irgendwann lesen. In diesem Buch hatte sie alles aufgeschrieben, es war so eine Art Tagebuch und sie hatte tatsächlich auch da hinein geschrieben, was mein Vater uns angetan hatte. Wie krank muss ein Mensch sein um so schreckliche Sachen auch noch aufzuschreiben und das auch noch die eigene Mutter????? Sie hat mir das Buch am Ende doch nie gegeben und mein Vater und sie haben es verbrannt. Es ärgert mich heute, das ich nie das Buch einfach mitgenommen habe, denn es wären so viele Beweise gewesen für all unser Leiden. Meine Eltern meinen nämlich immer, ich wolle Geld von ihnen und alles was ich sage sei gelogen. Kein Geld der Welt gibt mir und meinen Geschwistern unsere Kindheit zurück. Ich will kein Geld, ich will das er für das was er getan hat bezahlt. Das einzige was ich will ist Gerechtigkeit für meine Geschwister und mich.

Wir hatten hier in Chiclana sehr liebe Nachbarn die meine Eltern auch immer besuchten. Sie wussten ja nicht was meine Eltern für Menschen waren. Und so besuchten sie sie auch in ihrem neuen Haus das meine Eltern gekauft hatten. Einmal, als ich meine Mutter wieder besuchte war unsere damalige Nachbarin da. Ich weiß nicht mehr wieso, aber meine Mutter und ich umarmten uns und weinten. Die Nachbarin sah das und mein Vater meinte nur, dass mein Mann Andrés daran Schuld sei, denn er wolle mich und meine Mutter auseinander bringen. Ich hätte schreien können, denn mein Mann war an gar nichts Schuld! Es war mein Vater, der mir mein Leben und meine Kindheit zerstört hat. Und ich dachte ich ersticke, denn ich konnte immer noch nicht erzählen was mich so unendlich traurig machte. Meine Mutter, keine Ahnung warum sie geweint hatte um wie immer Mitleid zu erregen. Aber ich weinte, weil ich einfach nicht mehr konnte! Ich wollte sie sehen und musste meinen Mann zurücklassen der ja nichts von allem wusste. Es war alles so schwer für mich, so kompliziert. Am liebsten hätte ich der Nachbarin alles erzählt alles was meine Eltern uns angetan hatten, aber ich habe es nicht getan! Ich habe mich wie immer nicht getraut den Mund aufzumachen. Später habe ich erfahren, dass diese Nachbarin ein kleines Mädchen bekommen hatte. Ich hoffe nur, dass sie die Kleine nie alleine bei meinen Eltern gelassen hat. Ich mache mir sehr viele Gedanken darüber, aber damals hatte ich einfach nicht den Mut zu reden und zu erzählen was in meinem Leben so alles passiert ist. Ich habe in meinem Leben als ich noch kleiner war nur sehr wenigen Kindern erzählt was mir passiert ist. Aber die haben mir auch nicht helfen können und ob sie den ernst der Situation verstanden, weiß ich auch nicht. Ich gebe ihnen auch nicht die Schuld mir nicht geholfen zu haben, denn sie waren selbst noch Kinder und das ist ehrlich nicht so einfach. Ich bin nur allen dankbar, die mir wenigstens zugehört haben.

Jedes Mal wenn ich meine Mutter besuchte, musste ich auch immer ihr Haus putzen. Es war mir ja egal aber ich weiß, dass sie nur deswegen wollte dass ich komme. Sie machte mir das Leben so schwer. Ich weiß nicht mehr genau wann und wieso sie es eines Tages sagte, aber sie meinte so, das ich nicht mehr kommen müsse das sie mich jetzt besser besuchen würde. Vielleicht weil sie wusste das mein Mann und ich uns nicht wohl fühlten mit diesem ganzen hin und her. Ich war froh, denn so musste ich Andrés nicht mehr alleine lassen und konnte sie weiterhin sehen. Sie kam erst nach einem Monat. Als ich sie dann endlich sah, fing ich an zu weinen vor Freude und sie meinte nur ganz kalt: „Freut mich zu sehen, das du mich anscheinend vermisst hast!“ Es kam keine Umarmung von ihr, gar nichts. Wie kann man als Mutter nur so kalt zu seiner eigenen Tochter sein???? Mein Mann arbeitete in dieser Zeit in einer Diskothek an der Bar. Ich erfuhr, das wenn mein Mann abends auf die Arbeit ging, mein Vater an einer Ecke im Auto saß und anscheinend beobachtete, ob ich weg ging oder keine Ahnung. Andrés musste mich dann immer bevor er zur Arbeit ging bei meiner Schwiegermutter absetzen, weil ich alleine zu hause schreckliche Angst hatte das mein Vater kommen würde. Nach der Arbeit kam er dann immer und holte mich wieder ab. Ich hatte auch Zeiten, da wollte ich lieber zu Hause bleiben aber ich konnte dann nicht schlafen denn ich hatte Angst das mein Vater kommen würde. Ich fühlte mich sicherer wenn ich wach war. Und so ging Andrés abends um 21 Uhr und am Wochenende kam er dann meistens am nächsten Morgen um 7 Uhr oder 8 Uhr nach Hause. Ich hatte die ganze Nacht nicht geschlafen und so ging es einige Zeit. Ich hatte auch eine Zeit da traute ich mich nicht mehr allein aus dem Haus, aus Angst, meinem Vater zu begegnen. Mein Mann ging dann einkaufen für mich und ich schloss immer die Tür ab weil ich dachte mein Vater könne ja kommen. Es ist schrecklich mit so viel Angst leben zu müssen und nur der der so schlimmes mitgemacht hat kann mich auch verstehen. Es ist die Hölle!!!

Mein Mann machte gerade den Führerschein und war nicht Zuhause. Meine Eltern kamen und meine Mutter blieb bei mir, wo mein Vater hin ging weiß ich nicht mehr. Ich weiß nicht mehr was ich mit meiner Mutter redete und über was. Aber anscheinend war es etwas was ihr nicht gefiel. Denn sie fiel wieder in Ohnmacht wie so viele Male zuvor. Sie wusste das ich schreckliche Angst hatte das ihr was passieren würde und das ich alles für sie tun würde. Ich half ihr aber diesmal nicht und sagte ihr nur ganz ernst sie solle sofort aufstehen. Was sie dann auch tat und sich wieder aufs Sofa setzte. Sie war ganz ernst und ich erkannte meine Mutter nicht wieder. Sie war so kalt, so gefühllos. Es ist unbeschreiblich. Mein Vater kam nach einiger Zeit wieder um sie abzuholen. Sie fing an zu weinen und tat so als ob sie gleich wieder in Ohnmacht fallen würde. Sie machte ein riesiges Theater vor allen Nachbarn. Sie, die ja immer so arm dran war... Die arme Mutter die weinte und ihre böse Tochter, die nichts tat um ihr zu helfen. So sollte es immer für sie aussehen, so dass ich eine schlechte Tochter für sie war. Mein Vater sagte laut, so das es die Nachbarn hören konnten, was mein Mann und ich mit meiner Mutter machten wäre kriminell. Sie würde so sehr leiden wegen uns. Ich schaute nur meinen Vater an und sagte: „Was hast du mir angetan?????“ Mehr konnte ich aber nicht sagen, es war als ob ich ersticken würde! Ich wollte schreien, aber ich bekam keinen Ton raus. Ich wollte ihm sagen, was er mir und meinen Geschwistern all die Jahre angetan hat das ist Kriminell und grausam! Kinder zu vergewaltigen und zu missbrauchen. Und Kinder psychisch so kaputt zu machen, ist einfach nur noch krank! Aber ich fing an zu weinen und bekam keinen Ton mehr raus. Ich konnte nichts mehr sagen. Er aber schaute mich nur an und sagte was redest du da????? Er nahm meine Mutter und sie gingen. Anscheinend dachte er, dass ich anfangen würde zu erzählen und machte sich lieber aus dem Staub. Mir ging es gar nicht gut, ich fühlte mich als wenn ich neben mir stehen würde wie in einem Film. Ich trocknete meine Tränen wie ich es schon immer gemacht habe und ging zu meinem Mann. ich erzählte ihm alles, nur das nicht was ich meinem Vater gesagt hatte. Andrés wusste immer noch nicht was ich in meiner Kindheit erlebt hatte.

Andrés und ich waren jetzt schon drei Jahre verheiratet und wir zogen um in eine schönere, größere Wohnung. Die Wohnung hatte hinter dem Haus sogar einen kleinen Hof ich war dort richtig glücklich. Das war aber auch die Zeit, in der ich den Kontakt ganz zu meiner Mutter verloren hatte. Sie kam nicht mehr, sie bemühte sich nicht ihre Tochter zu besuchen. Ich war ihr egal. Und da spürte ich endlich, dass meine Mutter mich nie geliebt hatte. Meine Mutter hat nie eines ihrer Kinder geliebt. Wir waren ihr einfach egal.

Da ich jetzt meine Mutter nicht mehr sah hatte sie auch keinen Einfluss mehr auf mich. Ich war aber sehr am Ende, denn ich hatte meine Mutter so sehr geliebt und jetzt zu sehen wie egal ich ihr war, war so grausam für mich. Das eine Mutter ihr Kind nicht liebt ist doch nicht normal??? Man fühlt sich so leer! Eine Mutter ist so wichtig, die Liebe von ihr zu spüren, zu ihr gehen zu können wenn man Sorgen hat. Aber wenn ich darüber nachdenke weiß ich, das ich so eine Mutter niemals hatte! Nicht als ich klein war und jetzt, wo ich erwachsen bin, erst recht nicht! Und ich habe noch immer daran zu kauen! Ich habe Tage, da ist es mir egal und dann habe ich andere Tage, an denen ich denke und mich frage: „War meine Kindheit nicht schlimm genug???? Warum darf ich nicht auch eine Mutter haben wie alle anderen??? Oder einen Vater ????“

Einmal saßen Andrés und ich bei uns Zuhause auf dem Sofa und redeten. Keine Ahnung mehr von was genau. Ich weiß nur noch dass ich wieder sagte: „Wenn du wüstest.“ Ich meinte wieder meine Vergangenheit, die er ja noch immer nicht wusste. Er fragte mich. Wenn ich was wüsste???? In diesem Moment wäre ich am liebsten gestorben. Ich hatte auf einmal Herzrasen, mir wurde schlecht und ich dachte, ich müsste mich übergeben. Ich wollte endlich reden, hatte aber schreckliche Angst. Ich bekam kein Wort heraus. Den ganzen Druck, den ich all die Jahre ertragen musste war schrecklich. Meine ganze Kindheit voller Angst. Ich wusste nicht wo ich anfangen sollte zu erzählen, was ich sagen sollte? Ich holte mein Fotoalbum und zeigte auf ein Bild wo ich ein weises Kleidchen an hatte und ungefähr drei Jahre alt war. Ich zeigte darauf und sagte nur: „Als ich so klein war missbrauchte mich mein Vater sexuell.“ Endlich war es raus! Ich hatte es endlich gesagt. Mein Mann fing ganz schrecklich an zu weinen und ich weinte auch! Wir umarmten uns und weinten beide. Andrés war immer auf meiner Seite gewesen! Jetzt sah er endlich unter was für einem Druck ich gelebt hatte. Mit was für schrecklichen Ängsten und vor allem wie alleine ich war mit meiner Angst. Ich erzählte Andrés auch alles von meinen Geschwistern und er war es, der es hin bekommen hatte das ich wieder Kontakt mit ihnen hatte. Denn meine Mutter hatte es sogar geschafft, dass ich keinen Kontakt mehr zu meinen Geschwistern hatte.

Ich zeigte meinen Vater an wegen sexuellem Missbrauch, den ich 14 Jahre ertragen musste. Es gab auch noch mal einen Gerichtstermin wegen einer anderen Sache, wo mein Vater meinen Mann angezeigt hatte. Das machte mein Vater gerne, Leute anzeigen. Seine Ex-Frau , Nachbarn. Bei Gericht sah ich meine Mutter wieder, sie beachtete mich gar nicht. Mein Mann war da und ein Schwager von mir kam auch mit. Vor dem Richter erzählte Andrés, das ich im endlich alles erzählt hatte und ich von meinem Vater sexuell Missbraucht worden war 14 Jahre lang. Mein Vater fing an irgendwelche Bemerkungen zu machen. Mir tat das so schrecklich weh. Ich weiß, was ich diese 14 Jahre mitmachen musste und das mir keiner diese 14 Jahre wieder zurück geben kann. Und er machte sich auch noch lustig darüber???? Der Richter forderte meinen Vater auf ruhig zu sein. Mein Vater hörte aber nicht darauf und so schmiss der Richter ihn aus dem Gerichtssaal. Mein Vater hatte noch nicht mal ein klein wenig Respekt vor dem Richter. Als wir zum Schluss kamen bei der Vernehmung und der Richter sagte wir könnten jetzt gehen, drehte sich meine Mutter zu mir um, schob ihre Sonnenbrille ein wenig nach unten und schaute mich an. Man sagt ja immer wenn Blicke töten könnten, dann wäre in diesem Augenblick sofort gestorben. Sie sah mich eiskalt an mit einem Blick den ich nie vergessen werde. Sie hasste mich, weil ich endlich alles meinem Mann erzählt hatte. Sie hatte sich all die Jahre so bemüht mich unter Druck zu setzen und das ich meinen Mund hielt. Und jetzt war es endlich draußen. Der Richter bemerkte dass sie mich anschaute und sagte auch ihr, dass sie den Gerichtssaal bitte sofort verlassen solle. Oder besser gesagt, er schmiss sie praktisch raus. Ich war schon ein wenig beruhigter zu sehen, dass der Richter bemerkt hatte, was sie da gerade mit mir wieder tat. Wie sie mich wieder versuchte einzuschüchtern. Mein Mann bekam keine Strafe vom Richter, weil er ja nichts getan hatte.

Mein Vater aber läuft heute immer noch frei durch Chiclana. Damals musste ich zu einem Psychologen, denn es ging mir gar nicht gut. Es war jetzt zwar endlich alles draußen, aber jetzt musste ich das erst Mal alles verarbeiten. Obwohl ich glaube das man das nicht kann. Man wird nie vergessen. Mein Mann ging in der Zeit auch mit mir zum Psychologen, denn auch er hatte daran zu kauen und es war nicht leicht für ihn. Er verstand mich in vielen Situationen nicht. Zum Beispiel wie ich meine Mutter noch besuchen konnte, bevor ich ihm das alles erzählt hatte. Man sieht so vieles Im Fernsehen und oft sind die Themen auch über sexuellen Missbrauch. Aber es ist nicht dasselbe so etwas im Fernsehen zu sehen, oder mit so einem Menschen dem so etwas passiert ist, verheiratet zu sein. Es ist alles sehr schwer und nicht einfach. Und das hier ist kein Film, das ist die Realität. Ich bekam eines Tages einen Brief von meiner Schwester Martina in dem stand, dass auch sie und meine anderen Geschwister meinen Vater angezeigt hatten in Deutschland. Mit diesem Brief erfuhr ich, das mein Vater meine Schwester Martina mit acht Jahren vergewaltigt hatte. Ich dachte immer, er hätte sie “nur“ sexuell missbraucht, wie mich. Meine Mutter hatte mir nie erzählt was wirklich vorgefallen war. Ich kann es nicht in Worte fassen, wie ich mich in diesem Moment fühlte. Nichts war mehr Realität um mich herum. Meine Schwester hatte mit nur 8 Jahren so viel Leid erfahren müssen durch meinen Vater. Er hätte sie töten können, sie war erst acht Jahre alt. Es tut mir immer noch schrecklich weh. Wie konnte das alles nur passieren??? Ich sorge mich sehr, denn mein Vater läuft immer noch frei auf der Straße herum und ich habe schreckliche Angst, dass er das immer noch tut. Ich denke nicht, das so ein Mensch von heute auf Morgen aufhört Kinder zu vergewaltigen und zu missbrauchen. Und das er immer noch frei ist, ist für mich unbegreiflich. Wir haben ihn alle angezeigt. Und es ist nichts passiert. Heute aber halte ich nicht mehr meinen Mund und sage es was er meinen Geschwistern und mir angetan hat.

Zu der Zeit hatte ich auch wieder zu meiner Tante, der jüngeren Schwester von meinem Vater Kontakt. Ich besuchte sie und hatte endlich die kraft ihr zu erzählen was mein Vater mir angetan hatte und meine Mutter mich gezwungen hatte nichts zu erzählen. Auf das, was sie mir darauf antwortete, war ich nicht gefasst. Sie erzählte mir, dass mein Vater auch sie sexuell missbraucht hatte. Sie erzählte mir, das ihn eine ältere Schwester von ihm dabei erwischte als er sie missbrauchte. Ich fragte sie, ob sie dem Richter das erzählen könnte. Aber sie sagte nein sie würde ihn nicht anzeigen und auch nicht vor dem Richter gegen ihn aussagen. Ich erzählte es aber dem Richter und er lud sie vor. Sie ging mit einer Schwester zum Richter und sagte ihm, das was ich erzählt hätte wäre nicht wahr. Aber wenn ich irgendetwas bräuchte von ihr wäre sie immer für mich da sie und meine anderen Tanten ebenso. Ich glaubte es einfach nicht. Sie beschützten ihn auch noch nach allem was er getan hatte. Ich habe seit diesem Tag keinen Kontakt mehr zu meinen Tanten und Onkels. Sie sehen mich ab und zu aber sie sprechen mich noch nicht mal an. Solche Leute, die auf der Seite sind von Menschen die Kinder vergewaltigen und missbrauchen haben von mir keinen Respekt verdient! Sie sind das Allerletzte! Und ich rede nicht nur von meinen Geschwistern und mir sondern von all den Kindern die das leider durchmachen müssen und somit ihr Leben lang daran zu kauen haben. Ich weiß wie weh das tut und ich weiß so etwas kann man nie vergessen. Solche Leute wie mein Vater haben es nicht verdient dass man ihnen jemals verzeiht. Solche Menschen wissen nicht was sie den Kindern antun!!! Wir haben lebenslänglich und er, mein Vater, ist immer noch frei.....

Ich erinnere mich daran, das ich eine zeit in einer Nachbarstadt gearbeitet habe. Andres musste mich an die Bushaltestelle bringen und dort auch wieder abholen ich hatte Angst alleine auf der Straße, denn ich dachte ständig mein Vater würde irgendwo sein. Ich brauchte nur jemanden zu sehen der ihm ähnlich war und bekam fürchterliches Herzrasen. Immer lief ich auf der Straße und schaute um mich, aus Angst er könne irgendwo sein.

Ich wurde schwanger mit meinem ersten Sohn. Für Andres war es immer noch nicht leicht viele Sachen zu verstehen. Ich bin ihm deswegen nicht böse, denn er war immer auf meiner Seite und unterstützte mich in allem so gut er konnte. Ich musste zu einer Psychologin nach Cadiz und sie stellte mir dann ein Gutachten für den Richter aus. Die Psychologin fragte mich Tausende von Sachen die gar nichts mit Missbrauch zu tun hatten. Aber nach drei Sitzungen bei ihr und Tausenden von Fragen stellte sich heraus das ich Spätfolgen habe und die Wahrheit erzähle. Ich weiß nicht was ich denn noch alles machen muss und wie viele Sachen ich noch durchstehen muss, denn ich wiederhole es immer wieder, mein Vater ist noch immer frei....

Andres und ich hatten uns etwas zusammen gespart für die Anzahlung einer Wohnung. Wir kauften sie dann auch und hatten dann halt noch die Hypothek abzuzahlen, aber es war unsere eigene Wohnung. Ich war so glücklich, endlich unser eigenes Zuhause. Im Mai kam dann unser Sohn zur Welt, ein bildhübsches Baby und ich war rundum glücklich. Ich musste aber weiterhin zum Psychologen und so ging ich jetzt sogar mit dem Baby dorthin. Durch meine Kindheit bin ich leider übervorsichtig was meine Kinder betrifft, was nicht immer gut ist aber ich weiß wie viele gefahren es dort draußen gibt. Und ich habe schreckliche Angst dass meinen Kindern irgendetwas passieren könnte. Ich sage meinen Kindern immer dass man keine Geheimnisse haben darf mit irgendjemand, und passe immer sehr auf sie auf. Wenn ich sehe dass sie bedrückt sind, will ich immer gleich wissen was los ist. Sie wissen dass ich immer auf ihrer Seite bin und sie mir alles erzählen können. Meine Kinder und mein Mann sind das Beste was mir auf der Welt passieren konnte, und ich weiß, sie haben es manchmal nicht leicht mit mir, aber sie sind für mich das Wichtigste und meine Kinder geben mir die Kraft weiter zu machen, denn vor allem für sie lohnt es sich weiter zu leben.

Wir mussten nach Deutschland auswandern weil meine Eltern mich einfach nicht in Ruhe ließen. Sie kauften sich eine Wohnung gleich neben uns. Sie wollten weiter machen, mich weiter verängstigen und mir das Leben schwer machen. Wir mussten die Wohnung verkaufen in die wir so viele Illusionen gesteckt hatten. Mir mussten lange sparen um eine Anzahlung zusammen zu haben, es tut mir heute noch weh wenn ich daran denke. Wir wohnten einige Zeit in Rüsselsheim bis mein Sohn ungefähr 4 Jahre alt war. Wir spielten mit dem Gedanken zurück nach Spanien zu gehen. Und ich fing an mir so meine Gedanken zu machen. Es kann sich keiner vorstellen wie sehr ich Chiclana vermisste, aber der Gedanke dass mein Vater dort ist war so schrecklich für mich, dass noch bevor wir nach Spanien zogen meine Panikattacken anfingen. Ich wusste nicht was auf einmal mit mir los war denn ich hatte so etwas noch nie gehabt. Ich konnte nicht mehr auf die Straße, ich hatte immer das Gefühl das ich sofort auf die Toilette müsste um Pipi zu machen. Ich bekam auch kaum Luft und mein Herz raste. Ich zitterte am ganzen Körper und bekam nasse Hände. Und egal wo ich war, ich wollte nur nach Hause. Nach jeder Panikattacke fühlte ich mich als wäre ich einen Marathon gerannt. Es war grausam!!! Die Panikattacken fingen im Jahr 2000 an ich werde das nie vergessen denn für mich war es die Hölle. Ich konnte kein normales Leben mehr führen, weder einkaufen, noch draußen spielen mit meinem Sohn. Die Panikattacken waren jetzt immer da, ganz egal in welcher Situation ich gerade war. Ich erinnerte mich daran, was mir mein Vater ja einmal gesagt hatte: „Ich wünsche, dass du mal genauso krank wirst wie deine Mutter!“ Alles was ich mit ihnen durchmachen musste und sie wünschten mir noch obendrein, das ich niemals glücklich werden sollte und psychisch krank. Es ist einfach nur unmenschlich und ich verstehe nicht, wie Menschen so grausam sein können und das Allerschlimmste ist, wenn es die eigenen Eltern sind! Was habe ich nur schlimmes in meinem Leben getan um das alles zu verdienen????? Wir zogen nach Spanien aber mir ging es immer schlechter. Ich ging nicht mehr auf die Straße denn die Panikattacken kamen meistens wenn ich draußen war. Wir wohnten bei meiner Schwiegermutter im Haus, da wir ja unsere Wohnung nicht mehr hatten. Ich weiß noch wie müde ich war, ich wollte nur schlafen, den ganzen Tag die Augen zumachen, nichts mehr sehen und hören.... Ich wollte einfach nicht mehr existieren. Ich hatte meinen kleinen Sohn der mich brauchte aber ich hatte ja nicht einmal Kraft für mich. Einmal weinte mein Sohn so sehr (er war gerade mal 4 Jahre alt) und sagte: „Mama, ich will das es dir wieder besser geht!“ Er merkte dass irgendetwas nicht mit mir stimmte aber er war noch zu klein um es zu verstehen. Es tat mir so weh ihn so weinen zu sehen! Als es mir noch gut ging, war ich immer mit ihm unterwegs gewesen auf Spielplätzen und wir gingen viel spazieren. Und jetzt hatte ich Angst auf die Straße zu gehen und keine Kraft. Er war noch so klein und brauchte mich, und mir ging es so schlecht. Andres brachte mich zu einem Arzt in San Fernando wo ich Tabletten bekam um zu schauen ob es mir mit ihnen besser ginge. Aber nein, es ging mir nicht besser, die Tabletten halfen gar nicht. Weil es mir so schlecht ging zogen wir wieder nach Deutschland um zu schauen ob es mir dort besser gehen würde. Aber es wurde nicht besser, mir ging es immer noch sehr schlecht. Es fiel mir so schwer einkaufen zu gehen, ich hatte Angst einkaufen zu gehen, etwas ganz normales zu tun was jeder macht, war für mich die Hölle. Meinen Sohn in den Kindergarten bringen war sogar schwer für mich ich wollte immer nur sofort wieder nach Hause. Das war der einzige Ort wo es mir ein klein wenig besser ging. Mein Mann und ich suchten im Internet, ob es irgendetwas oder irgendjemand gab der mir helfen konnte. Und wir fanden eine Psychologin die in Rüsselsheim arbeitet bei Wildwasser. Sie sind dort spezialisiert um Menschen zu helfen die sexuellen missbraucht und/oder vergewaltigt wurden. Ich bin dieser Psychologin sehr dankbar für die Zeit die sie mir gegeben hat, um mir zuzuhören. Ich konnte einmal die Woche hin und ihr meine ganze Kindheit erzählen, diese schrecklichen Ängste die ich immer hatte und den Missbrauch. Sie sagte mir, das die Panikattacken das Resultat meiner Kindheit wären, da ich so viele Ängste ertragen musste durch den Missbrauch. Sie sagte mir, das dass wie bei einem Vulkan sei, denn es hat sich so vieles in mir gesammelt, die Erinnerungen die Ängste einfach alles! Dann sei halt alles explodiert kam in Form von Panikattacken hoch. Ich habe fast 7 Jahre gebraucht um diese Panikattacken zu bekämpfen. In dieser Zeit hatte ich sogar mal darüber nach gedacht mir das Leben zu nehmen, denn das war kein Leben mehr für mich. (Und jeder der bereits Panikattacken hatte, weiß wovon ich rede). Mein Sohn war der einzige Grund warum ich mir nicht das Leben genommen habe. Mit diesen Panikattacken zu leben war die Hölle für mich. Mein Vater hat mir 14 Jahre meiner Kindheit geraubt, plus die 7 Jahre die ich diese Panikattacken ertragen musste. Ich lebe jeden Tag mit diesen Erinnerungen an meine Kindheit und was er meiner Schwester angetan hat, und werde glaube ich erst dann ein wenig Frieden finden, wenn er seine Strafe bekommt. Vergessen werde ich niemals!!!

Ich wurde schwanger mit meinem zweiten Sohn. Ich hatte immer noch diese Panikattacken, und machte mir jetzt schreckliche Sorgen ob mein Kind gesund auf die Welt kommen würde. Aber Gott sei dank, mein Sohn kam groß und stark und vor allem gesund auf diese Welt. Das war auch die Zeit in der es mir ganz langsam immer ein wenig besser ging. Ich lernte die Panikattacken zu kontrollieren und inzwischen habe ich sie Gott sei dank nicht mehr.

Wir riefen oft meine Schwiegermutter in Spanien an und so erfuhr ich wo meine Eltern ungefähr waren. Meine Eltern wohnten in dieser Zeit in El Puerto de Santa Maria das ist eine Stadt die einige Kilometer von Chiclana entfernt ist. Also zogen wir wieder nach Spanien, denn ich vermisste Chiclana sehr, den schönen Strand und einfach alles von Spanien. Meine Kinder waren damals 11 und 4 Jahre alt. Das war im Jahr 2007.Wir wohnten erst einmal wieder bei meiner Schwiegermutter und ich bin ihr dankbar für alles, was sie für mich getan hat. Sie ist ein wundervoller Mensch und hat mir an einem Tag gegeben was meine Mutter mir in meinem ganzen Leben nicht geben konnte. Viel Liebe und Verständnis und vor allem Unterstützung in allem was mir passiert ist. Sie weiß was mir passiert ist und kann nicht verstehen, wie eine Mutter ihrem Kind so etwas antun kann. Ich bin glücklich eine so gute Schwiegermutter zu haben, da ich ja leider nie eine Mutter hatte. Nach ein paar Monaten fanden wir dann eine schöne Wohnung in der ich gerade immer noch mit meinem Mann und Kindern wohne.

An einem Nachmittag fuhr ich mit meiner Familie zum einkaufen, als ich meine Eltern auf einmal sah.... Es war wie ein Alptraum für mich!!! Es waren so viele Jahre vorbei gegangen wo ich sie Gott sei dank nicht sehen musste, und außerdem wohnten sie doch angeblich nicht mehr in Chiclana. Mein Vater ist jetzt natürlich älter, hat etwas längeres weißes Haar und ist etwas dicker geworden. Und meine Mutter... Um wie schon immer Mitleid zu erregen sitzt jetzt in einem Rollstuhl.... Sie hat ihr ganzes Leben lang schon immer gewusst wie man Mitleid erregen kann. Wie bereits in meiner Kindheit , war sie noch immer sehr elegenat gekleidet, mit einem großen Sonnenhut etc.. Das hatte sie zumindest an als ich sie sah. Sie ist jetzt auch dicker und sie fallen Beide sehr auf. Ich glaubte es einfach nicht als ich sie sah. Mein Mann meinte, dass sie vielleicht nach Chiclana gekommen seien um irgendetwas zu regeln. Aber sie sind tatsächlich nach Chiclana zurück gezogen, als sie erfahren hatten, das ich auch wieder dort wohne..... Chiclana ist sehr groß und sie wohnten etwa weiter weg von mir.

Andres, die Kinder und ich gingen einen Samstag spazieren und ich dachte an nichts böses, als ich auf einmal nach vorne schaute und da waren sie genau vor mir. Mein Vater sagte: „Na da haben wir ja das Pärchen!“ Ich glaubte es einfach nicht, wie konnte der uns einfach so ansprechen nach allem was er mir angetan hatte. Er respektierte noch nicht einmal dass meine Kinder dabei waren. Obwohl er in seinem ganzen Leben ja nie gelernt hat was es heißt jemanden zu respektieren. Ich weiß nicht was in diesen Moment in mich gefahren ist, mein Leben lang habe ich in Angst gelebt und bin von diesem Menschen Jahre lang sexuell missbraucht worden. Und er spricht mich auch noch an????? Ich schrie ihn an, das er ein Pädophiler sei und das er doch endlich verrecken soll. Meine Mutter war ja auch bei ihm aber ich sah nur ihn. Er ekelt mich so an und ich habe eine so große Wut in mir!!! Es ist unbegreiflich, meine Schwester und ich waren bei so vielen Psychologen! Wir haben ihn angezeigt, und er geht einfach weiter auf der Straße spazieren???????????????????????? Dieser “Mensch“, der meine Schwester vergewaltigt und mich sexuell missbraucht hat ist einfach frei???????????????????? Der, der uns so viel Schmerzen zugefügt hat, der uns demütigte, der der uns das Recht genommen hat Kind zu sein, der uns hat in Angst groß werden ließ. Er ist frei!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Ich kann einfach nicht mehr!!! Er ist eine Gefahr für die Kinder und ich bin ganz sicher, wenn er eine Chance hat einem Kind das gleiche anzutun, dann wird er es machen! Er hatte ja noch nicht mal Skrupel seine eigene Tochter zu missbrauchen! Und meine Schwester zu vergewaltigen mit nur 8 Jahren. Ein Pädo hört nicht von heute auf morgen auf Kindern so etwas anzutun, solche Leute machen weiter, ihr Leben lang. Und meine Mutter ist auch nicht besser, sie hat ihn immer geschützt und schön den Mund gehalten! Sie verdient es nicht den Namen “Mutter“ zu tragen, denn sie hätte nie Kinder bekommen dürfen !!! Sie hat ihre Kinder nicht geschützt und wird sicher nicht die Kinder anderer schützen. Sie beide sind eine Gefahr! Aber der Höhepunkt kam noch: Diese beiden sind doch tatsächlich zur Polizei und haben mich angezeigt! Sie haben bei der Polizei ausgesagt, dass ich sie beleidigt hätte und dass ich sauer sei, weil sie mir kein Geld geben würden. Ich glaube es einfach nicht, wie krank sind die denn??????? Kein Geld der Welt gibt mir und meiner Schwester unsere Kindheit zurück! Nie hat er mir auch nur irgendetwas gegeben!!!!!! Aber genommen hat er mir alles!!!!! Mein Recht normal groß zu werden, mein Recht Kind sein zu dürfen, mein Recht auf ein normales Leben! Ich lebe täglich mit schrecklichen Erinnerungen, es bricht mir mein Herz zu wissen was meine Schwester ertragen musste und wie sie heute noch darunter leidet! Wir werden erst an dem Tag aufhören uns an alles zu erinnern wenn wir sterben. Wir haben lebenslänglich, und er ist frei! Die Ängste die wir ertragen mussten, die Schläge, die Vergewaltigungen und der Missbrauch.... Die Demütigungen, die Drohungen bloß niemanden was zu erzählen sonst gibt es noch mehr Schläge.... so viele Lügen ihrerseits..... Unsere “Mutter“ ist genauso schuldig wie er, denn sie hat ihn geschützt und ihm geholfen, dass niemand es erfährt! Sie hat uns gesagt, das wir nichts erzählen dürfen! Sie hat ihn geschützt und ihre eigenen Kinder an den Teufel verkauft! Wir sind durch die Hölle gegangen, damit er seinen Spaß hatte. Und sie hat geschwiegen, denn er war ja glücklich!!!!!!!!! Was mit uns war, war ihr scheiß egal. Ich werde ihnen niemals verzeihen für diese schrecklichen Jahre!!!! Denn ich kann nicht vergessen!!!!!!!

Sie sind jetzt sogar wieder umgezogen und wohnen noch näher bei mir. Er geht einkaufen in demselben Geschäft wie ich. Sie verfolgen mich weiterhin und wollen mich einfach nicht in Ruhe lassen. Ihnen ist egal was sie mir angetan haben. Ich würde nur mal gerne wissen warum sie so oft umziehen, haben sie etwas zu verbergen???????

Ich bin jetzt wieder bei einer Psychologin in Cadiz und es hilft mir ein klein wenig über alles sprechen zu können. Aber eine Sache ist mir jetzt klar, ich werde nicht mehr schweigen, denn ich bin kein kleines Kind mehr, und es muss alles ans Licht!!!! Ich versuche alles damit er hoffentlich doch noch irgendwann für alles was er getan hat eine Strafe bekommt, und will die Hoffnung nicht aufgeben!!!!!

Ich danke allen die mir immer zugehört haben wenn es mir mal nicht so gut ging und die sich Zeit für mich genommen haben. Vielen Vielen dank!!!!!!

Es hat mir gut getan das endlich mal alles zu schreiben und mein Herz auszuschütten. Die Spanier sind ja sehr katholisch und sie glauben an viele Heilige. Ich war mal vor Jahren mit meinem Mann bei einem der in Trance fällt und einem ein wenig über die Zukunft erzählt, so etwas wie ein Hellseher. Ich glaube da nicht so dran aber wir wahren dort mit noch ein paar Freunden. Zu dieser Zeit wusste mein Mann auch noch nichts von allem was mir passiert war. Der Mann erklärte, das wir Menschen alle einen Heiligen haben der uns beschützt. Als ich an der Reihe war sagte er mir, das meine Heiliger der Wichtigste von allen sei, der Medinacelli (Jesus) und das meine Hände gebunden seien wie die von ihm. Ich würde in meinem Leben vieles überwinden müssen und viel zu kämpfen haben. Ich sprach einmal mit meiner Psychologin und sagte ihr, dass ich mich so fühle als seien mir die Hände gebunden. Und da erinnerte ich mich was dieser Mann mir vor Jahren gesagt hatte. Das mit den Händen meine ich so: Es ist, als ob mir keiner glaubt. Ich erzähle alles was mir passiert ist und nichts passiert! Mein Vater und meine Mutter sind frei, und mir sind die Hände gebunden, denn ich kann nichts tun. Außer das, was ich schon getan habe, ihn anzuzeigen. Aber Gott sei dank auch wenn mir meine Hände gebunden sind kann ich jetzt endlich offen reden und erzählen was mir und meinen Geschwistern passiert ist. Meine Hände sind vielleicht gebunden, aber ich bin nicht mehr stumm!!!! Das ist meine Geschichte mit der ich jeden Tag leben muss. 

An dich meine große Schwester Martina: Ich bin so stolz auf dich! Du bist durch die Hölle gegangen wegen meinem Vater. Er hat dir alles genommen als er dich das erste Mal Vergewaltigt hat er hat dir so schrecklich weh getan, was weder du noch irgendein Kind auf der Welt verdient hat. Aber auch du hast deine Geschichte erzählt, du bist eine mutige und vor allem eine verdammt starke Frau! Ich will das du weißt, das ich dich sehr liebe. Und Martina, zusammen sind wir stark!!! Ich hoffe, das wir irgend etwas erreichen werden und das er irgendwann bezahlen muss für das was er uns angetan hat. Uns kann niemand unsere Kindheit zurück geben aber vielleicht diesen Frieden den wir leider immer noch nicht haben. Er hat uns unsere Kindheit geraubt, das Recht glücklich zu sein. Und ich glaube fest daran, das auch wir – genau wie alle anderen Kinder auf dieser Welt – ein Recht darauf hatten glücklich zu sein!!!!

© by Christina 2010

 

Christina mit etwa 4 Jahren

Hallo Christina,

ich danke Dir dafür, das Du Deine Lebensgeschichte auf meine Seite setzen wolltest! Und ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer es fällt alles aufzuschreiben.... Aber es macht einen auch irgendwie frei, oder? Ich danke den Göttern auf Knien, das ich nicht Chiclana lebe und die Beiden nicht sehen muss!!!! Und ich bewundere Dich für Deine Kraft ihnen nicht an die Kehle zu gehen!!! Kein Gericht hätte so viel Gnade mit Dir, wie mit ihm.... Auch wenn unsere Kindheit nicht zurückkommen wird, so haben wir doch unser heutiges Leben und ein Recht darauf hin und wieder glücklich sein zu dürfen!!! Ganz gleich ob er noch eine Strafe bekommen wird oder eben nicht, vergiss nie das Du eine Familie hast, einen Mann der Dich liebt, Kinder die Dich brauchen  und ein Leben, das Du Dir so schön wie möglich machen solltest!!!! Nichts ist so kurz wie das Leben hat Aaron gerade heute gesagt....:o) (Mein kluger Mann!!!!) Ich glaube ganz fest daran, das alles was wir tun irgendwann zu uns zurückkommen wird und dann werden die Beiden sowieso bluten.....! Ich MUSS daran glauben, denn sonst macht mich dieses beschissene Gerichtsdrama kaputt und ich will nicht, das meine Vergangenheit mein Heute zerstört! Sei weiterhin stark Christina und versuche auch daran zu glauben!!!!

Ich liebe Dich, meine "kleine" Schwester,

Tina

Du mußt mir für nichts danken! Ich danke dir das du meine Geschichte auf deine Seite gesetzt hast. Ja Martina, mir ist es sehr schwer gefallen, aber die Leute müssen endlich erfahren wie vielen Menschen er so schreckliches angetan hat. Ja, man ist erleichtert wenn man alles geschrieben hat und es tut unheimlich gut wenn die Leute Anteilname an unserer Geschichte zeigen.
Ist schon komisch, die Leute berührt das alles mehr als unsere eigene Mutter!!!! Aber nach allem was wir geschrieben haben müssen wir endlich wissen das wir nie eine Mutter hatten. Das ich jetzt hier lebe und ihn sehen muss ist schrecklich für mich ja, aber du bist die, die mir Kraft gibt und du hast so vieles mitgemacht, und deswegen gebe ich nicht auf! Ich kämpfe auch für dich Martina und das weißt du. Gemeinsam sind wir stark und das glaube ich haben wir schon längst bewiesen !!!!!!!!!!!

Ich liebe dich auch und werde nicht aufgeben !!!

 

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